Bei einer Pressekonferenz danach: Magdalena Neuner kann wieder lachen. Foto: Martin Schutt
Bei einer Pressekonferenz danach: Magdalena Neuner kann wieder lachen. Foto: Martin Schutt

Bei einer Pressekonferenz danach: Magdalena Neuner kann wieder lachen. Foto: Martin Schutt

dpa

Bei einer Pressekonferenz danach: Magdalena Neuner kann wieder lachen. Foto: Martin Schutt

Oberhof (dpa) - Acht Schuss, nur ein Treffer und ein vergebener Sieg: Magdalena Neuner hat sich ihren Start ins Jahr 2012 sicher anders vorgestellt. Ausgerechnet die Rekord-Weltmeisterin zeigte in der Staffel Schwäche, doch aus der Bahn will sie sich davon nicht werfen lassen.

Magdalena Neuner kann wieder lachen, auch über sich selbst. «Das hat mir noch in meiner Karriere gefehlt. Ich muss wohl noch alles auffüllen, was ich noch nicht geschafft habe», meinte die Biathletin mit einer gehörigen Portion Humor im Rückblick auf ihren Staffel-Blackout von Oberhof.

Vier Strafrunden - das hat selbst die früher für ihre schwankenden Schießleistungen bekannte 24-Jährige bisher nicht fertig gebracht. «Ich habe schon überlegt, ob an meiner Waffe was nicht passt oder mit den Scheiben was nicht stimmt», meinte die Wallgauerin mit einem Schmunzeln.

Dass sie im Alleingang ihren Teamkolleginnen Andrea Henkel, Tina Bachmann und Sabrina Buchholz vor heimischer Kulisse den sicheren Sieg vermasselt hatte, wurmte die Rekord-Weltmeisterin gewaltig. «Die haben so ein super Rennen gemacht. Aber ich habe gezeigt, dass ich auch nur ein Mensch bin und nicht immer alles perfekt läuft», sagte die 24-Jährige. Sie suchte nicht nach Ausflüchten, sondern den Fehler bei sich selbst.

Im Umfeld des Weltcups war schnell zu hören: Wird sie jetzt wieder an sich und ihrem Schießen zweifeln? Wie in alten Zeiten, wo sie des öfteren am Schießstand wackelte und Podestplätze aus der Hand gab. Diese Gedankenspiele finden bei Magdalena Neuner nicht statt, sagt sie. Die Wallgauerin, die seit ihrem angekündigten Karriereende gelöst und locker durch die bisherigen Weltcups lief, hat über die Jahre an Stärke gewonnen. «Es ist nur Sport und wegen diesem einen Schießen stelle ich jetzt nicht alles in Frage und fange an zu grübeln. Ich weiß, was ich kann», sagte die Sportlerin des Jahres. Als Beweis dafür leistete sie sich im Training am Donnerstag bei 60 Schuss nur einen Fehler.

Von ihren Staffelkolleginnen gab es tröstende Worte, zumal Neuner bei der WM 2011 in Chanty-Mansijsk mit einer grandiosen Leistung noch Gold geholt hatte - im Alleingang. «Man kann der Lena jetzt keinen Vorwurf machen. Das kann jedem passieren, die Bedingungen waren auch schwierig. Wir gewinnen und verlieren zusammen», sagte Sabrina Buchholz.

Am Freitag im Sprint will Magdalena Neuner die Verhältnisse wieder geraderücken. «Da gilt: neues Spiel, neues Glück. Ich habe gut trainiert und werde motiviert ins Rennen gehen. Auch läuferisch bin ich auf einem guten Weg», erklärte sie.

Magdalena Neuner wünscht sich nicht nur eine Null am Schießstand. Vielmehr sehnt sie sich nach ihrer Rücktrittserklärung nach Ruhe. «Das hat mir das Leben über die Weihnachtsfeiertage jetzt auch nicht leichter gemacht, mit ruhiger Zeit war gar nichts. Gefühlt hat jeder was von mir gewollt. Es wäre schön, wenn es für mich jetzt auch um den Sport gehen könnte», sagte die Weltcup-Spitzenreitern. Zweifel an ihrer Entscheidung sind nie aufgekommen: «Von Tag zu Tag merke ich, dass es die richtige Entscheidung war. Und wenn ich mir einmal was in den Kopf setze, ziehe ich das auch durch.»

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