Andreas Birnbacher (l) und Bundestrainer Mark Kirchner. Foto: Hendrik Schmidt
Andreas Birnbacher (l) und Bundestrainer Mark Kirchner. Foto: Hendrik Schmidt

Andreas Birnbacher (l) und Bundestrainer Mark Kirchner. Foto: Hendrik Schmidt

dpa

Andreas Birnbacher (l) und Bundestrainer Mark Kirchner. Foto: Hendrik Schmidt

Ruhpolding (dpa) - Seit gut drei Monaten pendelt Andreas Birnbacher zwischen der Familie im heimischen Reit im Winkl und der Sporthochschule in Köln - der ehemalige Weltklasse-Biathlet will Trainer werden.

«Über kurz oder lang wird er in Diensten des Deutschen Skiverbandes unterwegs sein», prophezeite Männer-Bundestrainer Mark Kirchner beim Weltcup in Ruhpolding. Schon jetzt ist Birnbacher drei Wochen im Monat am Stützpunkt in Ruhpolding als Trainer-Azubi tätig. «Es macht richtig Spaß», sagt der 35-Jährige. Unter Anleitung von Kirchner-Assistent Andreas Stitzl lernt er dort das Handwerk von der Pike auf. «Früher war ich in der Trainingsarbeit nur für mich verantwortlich, jetzt bin ich für zehn Leute da», sagt er.

Auch sein früherer Teamkollege Simon Schempp gehört nun zu seinen Schützlingen. «Ich sehe mich aber eher als Tippgeber. Wenn man mich fragt, gebe ich meinen Senf dazu», sagt Birnbacher. «Der Simon und die anderen wissen schon, wie man es machen muss.»

Schempp hat schon profitiert vom Tipp des Trainer-Talents. Sein Ex-Kollege hatte im Sommer geraten, mal eine neue Trainingsform aus dem Radsport auszuprobieren, um im Schlussspurt noch stärker zu werden. Gesagt, getan. Zuletzt in Oberhof hat Schempp auf den letzten Massenstart-Metern den Saison-Dominator Martin Fourcade aus Frankreich im Zielspurt knapp geschlagen.

Birnbacher habe «sich schon recht ordentlich eingebracht, obwohl er erst einmal durchschnaufen wollte nach seiner Karriere», lobt Bundestrainer Kirchner den Neuzugang. Es sei das Optimum, wenn einer so erfolgreich war als Athlet, auch Interesse daran habe, das weiterzugeben und sich auf dem Trainersektor zu verwirklichen.

Schon Birnbachers Abgang von der Biathlon-Bühne im vergangenen März war ein Statement. Obwohl für den WM-Massenstart in Oslo qualifiziert, verzichtete er auf eine Teilnahme, weil vier Deutsche vor ihm klassiert waren und pro Nation nicht mehr als vier Skijäger starten dürfen.

Birnbacher, der sieben Weltcuprennen gewonnen hat, ist der Schritt in die Zeit nach der Karriere wohl gelungen. «Ab und zu», gibt er zu, «würde ich gerne noch mal laufen. Aber wenn mir nach ein paar Kilometern die Oberschenkel brennen, dann weiß ich: Es war die richtige Entscheidung.»

Ein Auftritt beim Weltcup in Ruhpolding ist für Birnbacher allerdings noch reserviert. Am Samstag soll einer der besten deutschen Biathleten der vergangenen Jahre vom Skiverband offiziell verabschiedet werden.

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