Arnd Peiffer kommt nicht an die Podestplätze heran. Foto: Kay Nietfeld
Arnd Peiffer kommt nicht an die Podestplätze heran. Foto: Kay Nietfeld

Arnd Peiffer kommt nicht an die Podestplätze heran. Foto: Kay Nietfeld

dpa

Arnd Peiffer kommt nicht an die Podestplätze heran. Foto: Kay Nietfeld

Oberhof (dpa) - In der Oberhofer Waschküche hat Ole Einar Björndalen seinen 95. Weltcup-Sieg nur um eine Schuhlänge verpasst. Danach verneigte sich der 39 Jahre alte Biathlon-Opa vor dem tapfer ausharrenden Publikum.

«Die Zuschauer haben es noch schwerer bei diesem Wetter und haben trotzdem gute Laune. Das ist einmalig», sagte der Norweger am Freitag nach einem Nebelrennen auf einem weißen Band in ansonsten schneeloser Landschaft.

Den Sprintwettkampf über zehn Kilometer gewann Björndalens Landsmann Emil Helge Svendsen, der ebenfalls zweimal in die Strafrunde musste, mit einem Vorsprung von nur 0,4 Sekunden. Dritter wurde Weltcup-Spitzenreiter Martin Fourcade aus Frankreich nach drei Fehlschüssen. Bester deutscher Skijäger war Arnd Peiffer als Achter, er ließ zwei Scheiben stehen und war 42,8 Sekunden langsamer.

Peiffer, 13 Jahre jünger als Björndalen, war aber nicht völlig unzufrieden. Der 26-Jährige hat genau wie die anderen vier deutschen Starter Christoph Stephan (Platz 18/3 Fehlschüsse/1:17,2 Minuten zurück), Andreas Birnbacher (20/2/1:20,2), Daniel Böhm (24/2/1:26,1) und Simon Schempp (25/3/1:33,5) keine schlechte Ausgangsposition für den Verfolgungs-Wettkampf am Samstag. «Bei nicht einfachen Bedingungen haben alle mindestens einen Fehler zu viel geschossen. Trotzdem war das ein recht ordentliches Ergebnis, wenn auch der Ausreißer nach oben fehlte», sagte Bundestrainer Mark Kirchner.

24 Tage vor seinem 40. Geburtstag zeigte Björndalen mit seinem zweiten Podestplatz im Olympia-Winter einmal mehr, dass auch in seiner letzten Saison mit ihm zu rechnen ist. «Er ist unbestreitbar der größte Athlet, den Biathlon je gesehen hat», meinte Peiffer. «Und das ist er ja nicht durch Zufall geworden, sondern weil er zum einen verdammt talentiert und zum anderen ein Perfektionist ist und zudem hart arbeitet.»

Der Rekordweltmeister selbst war weit davon entfernt, sich über den verpassten Triumph zu ärgern. Es wäre sein erster seit dem Verfolgungssieg im März 2012 in Kontiolahi gewesen. «Ich bin glücklich mit meinem Rennen», sagte der sechsmalige Olympiasieger. «Wenn ich gut drauf bin, ist alles möglich. Ich habe mich sehr gut vorbereitet. Ich glaube, es kann gut werden», schätzte er seine Aussichten ein - nicht nur in den nächsten Rennen in Oberhof.

«Das war ein guter Test für Olympia, denn dort können die Bedingungen ähnlich werden», meinte Svendsen, der genau wie Björndalen die gelungene Präparation der Loipen durch die unzähligen freiwilligen Helfer und seine Ski lobte. «Es waren gute faire Bedingungen für alle. Lediglich am Schießstand war es durch Nebel und Wind etwas kompliziert», meinte der Sieger.

Mit den Biathlon-Wettkämpfen ohne Schnee macht Oberhof auch Werbung in eigener Sache. Schließlich wollen sich die Thüringer für die Weltmeisterschaft 2020 oder 2021 bewerben. Sportministerin Heike Taubert (SPD) und Heiko Krause, Vizepräsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), starteten am Freitag die WM-Kampagne.

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