Laura Dahlmeier
Laura Dahlmeier geht beim Heim-Weltcup in Oberhof an den Start. Foto: Expa/Jfk

Laura Dahlmeier geht beim Heim-Weltcup in Oberhof an den Start. Foto: Expa/Jfk

dpa

Laura Dahlmeier geht beim Heim-Weltcup in Oberhof an den Start. Foto: Expa/Jfk

Oberhof (dpa) - Laura Dahlmeier zog sich beim Einsetzen des Schnee- und Graupelsturms im Oberhofer Biathlon-Stadion schnell ihre warme Jacke an und verschwand Richtung Unterkunft.

Schon nach einer knappen Stunde beendeten die deutschen Skijägerinnen am Mittwochmittag das Training: Bei widrigen Umständen mit teils starken Windböen und schlechter Sicht war gezieltes Schießen auch kaum noch möglich.

Dahlmeier, die wegen einer Erkältung kurz vor dem Jahreswechsel die Team Challenge auf Schalke ausließ, geht mit Blick auf ihre Gesundheit und die Olympischen Spiele kein Risiko ein. Aber gut fünf Wochen vor dem Saisonhöhepunkt zählt jeder Wettkampfkilometer. «Laura tritt hier nicht an, um dabei zu sein, sondern um erfolgreich zu sein», sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig. Er warnte aber gleichzeitig davor, beim Sprint am Donnerstag (12.30 Uhr/ARD und Eurosport) Wunderdinge von seiner Nummer eins zu erwarten.

«Bei der Vorgeschichte kann man nicht davon ausgehen, dass sie wie Ende Dezember annähernd bei 100 Prozent ist», sagte er. Beim vorigen Weltcup in Le Grand Bornand gewann sie die Verfolgung und war Zweite im Sprint sowie Dritte im Massenstart. Die Partenkirchnerin, die wegen einer Erkältung den Saisonstart in Östersund verpasste, hatte Vorjahr die ersten beiden Oberhof-Rennen aus Belastungsgründen ausgelassen, im Massenstart lief sie dann auf Platz zwei.

Auch Maren Hammerschmidt und Vanessa Hinz hatten sich vor Weihnachten leichte Infekte zugezogen und mussten ungeplant pausieren. «Wir sind trotzdem gut aufgestellt und wollen an die Dezember-Ergebnisse anknüpfen, da hat sich die Mannschaft sehr gut verkauft», sagte Hönig. Neben Dahlmeier, Hinz und Hammerschmidt komplettieren Denise Herrmann, Franziska Hildebrand und Franziska Preuß das Team. Am Samstag steht die Verfolgung an und am Sonntag die Staffel.

Vor allem die zweimalige Saisonsiegerin Denise Herrmann könnte wieder vorne mitmischen. «Wenn Denise ins Rennen geht, können wir bei fairen Bedingungen immer mit einer Top-Platzierung von ihr rechnen», sagte Hönig. Die ehemalige Langläuferin hat sich in kurzer Zeit fest im Weltcup-Team etabliert. Hönig ist immer wieder von der Entwicklung der 28-Jährigen begeistert. «Es ist phänomenal, wie schnell sie den ganzen Prozess erlernt hat und sich diese schweren Bedingungen mittlerweile reinfuchst», sagte er. Herrmann hatte Anfang Dezember den Sprint und die Verfolgung von Östersund gewonnen.

Dennoch müsse man Herrmann auch Rückschläge zugestehen - vor allem bei Bedingungen, wo Erfahrung und Routine eine Rolle spielen. Und die werden wohl am Donnerstag gefragt sein. Denn fast schon traditionell setzte zum Weltcupstart im Thüringer Wald das berühmt berüchtigte Oberhofer Wetter ein. Die Prognosen für die kommenden Tage seien nicht «so prickelnd. Es herrschen eventuell Windverhältnisse, wo Glück und Pech entscheiden können. Ich hoffe, dass es halbwegs fair wird», sagte Hönig.

Sein Männer-Kollege Mark Kirchner hofft auf mindestens zwei Podestplätze. «In der Staffel sowieso, und wenn wir in den Einzelrennen einen auf das Podest bringen können, wäre ich mehr als zufrieden», sagte der dreimalige Olympiasieger.

Die Trainingseinheit zwei Tage vor dem Sprint am Freitag (14.15 Uhr/ARD und Eurosport) ließ nur Erik Lesser aus. Kirchner gab aber vorerst Entwarnung. «Erik war am Dienstag lange draußen und hat trainiert, da hat er sich heute eine Pause gegönnt», sagte er.

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