Gut besucht
Die Stimmung auf den Rängen war sehr ausgelassen.

Die Stimmung auf den Rängen war sehr ausgelassen.

Der Oberhofer Alexander Wolf beim Stehen-Schießen.

Die deutschen Fans feuerten die deutsche Staffel lautstark an.

Nach dem Staffel-Start sucht sich Christoph Stephan (r) eine gute Position.

Das deutsche Biathlon-Quartett jubelt mit der deutschen Fahne.

Schlussläufer Michael Greis schnappte sich auf den letzten Metern die deutsche Fahne.

dpa, Bild 1 von 6

Die Stimmung auf den Rängen war sehr ausgelassen.

Oberhof (dpa) - Nach dem ersten Staffelsieg für die deutschen Biathlon-Männer seit mehr als vier Jahren musste sogar der sonst so coole Mark Kirchner um Fassung ringen.

Mit Tränen in den Augen schluckte der neue Bundestrainer mehrfach und war überglücklich über den unerwarteten Erfolg seiner Schützlinge, die seit seinem Einstand bisher nur mäßige Leistungen im WM-Winter gezeigt hatten. «Der Sieg kam zum richtigen Zeitpunkt und war eine tolle Antwort des Quartetts auf die Kritik nach den größtenteils unbefriedigenden Ergebnissen bei den ersten drei Weltcups», stellte er in Oberhof zufrieden fest.

Auch wenn Kirchner nach außen die Ruhe bewahrte, hatte er doch große Erwartungen an seine Männer. «Bei der Mannschaftsbesprechung heute früh hat er uns gesagt, dass es wieder mal höchste Zeit für einen Sieg nach fast fünf Jahren sei», erzählte Christoph Stephan. «Ich hab' gedacht: Hat er vergessen, wo wir im Dezember rumgegurkt sind? Doch das Vertrauen der Trainer hat uns selbstbewusst gemacht», berichtete er.

Für Michael Greis war's ein Déjà-vu-Erlebnis. Wie bei den Weltmeisterschaften 2004 lief er mit der deutschen Fahne in der Hand als umjubelter Schlussläufer des deutschen Quartetts ins Ziel. «Die drei anderen haben mir wie vor sieben Jahren einen klaren Vorsprung mit auf den Weg gegeben. Das kann aber trügerisch sein. Da kann man viel falsch machen», sagte der dreimalige Olympiasieger, der auch 2006 in Turin den bis dato letzten deutschen Staffelsieg perfekt gemacht hatte.

«Zumal die stürmischen Windböen auch für zahlreiche Strafrunden sorgten», fügte der Allgäuer an, der seinen Auftritt als «kontrolliertes Rennen» bewertete. Insgesamt benötigten die 92 Staffelstarter 392 «Nachlader» und mussten 100 Mal in die Strafrunde.

Greis ließ sich von den Bedingungen aber nicht irritieren, nachdem Startläufer Stephan, Alexander Wolf und Arnd Peiffer fast zwei Minuten Vorsprung herausgelaufen hatten. «Ich wusste, dass die Mannschaft Potenzial hat, doch zugetraut hatte ich ihr das heute noch nicht», sagte der frühere Bundestrainer Frank Ullrich, Vorgänger von Kirchner.

Das sah auch Michael Greis so. «Ich hätte nichts dagegen, wenn es auch beim Sprint am Freitag und dem Massenstart am Sonntag wieder mit einem Podiumsplatz klappen würde», sagte er und blickte dem Oberhofer Restprogramm mit Zuversicht entgegen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer