Die deutsche Mixed-Staffel muss zum Weltmeisterschafts-Auftakt mit Bronze zufrieden sein.

Biathlon
Gut gezielt und schlecht getroffen: Arnd Peiffer vergibt die Chance auf den möglichen Titel.

Gut gezielt und schlecht getroffen: Arnd Peiffer vergibt die Chance auf den möglichen Titel.

dpa

Gut gezielt und schlecht getroffen: Arnd Peiffer vergibt die Chance auf den möglichen Titel.

Ruhpolding. Trösten, gut gemeinte Worte, die im Moment des Grolls über das eigene Unvermögen nicht recht wirken. „Es ist nett, dass die anderen so tolerant gegenüber meiner Schießleistung sind und nicht sagen, ich sei ein Idiot.“

Arnd Peiffer fühlt sich vor den 26 000 Zuschauern in der Chiemgau Arena als Verlierer. Er hat gestern die ersehnte Goldmedaille bei der Biathlon-WM in Ruhpolding versiebt.

Andreas Birnbacher hatte ihm in der Mixed-Staffel nach einer tadellosen Schieß- und Laufleistung 58,7 Sekunden Vorsprung auf Slowenien auf seine 7,5 Kilometer mitgegeben. Aus dem Schlussakkord mit Siegerjubel wird nichts.

Drei Nachlader im finalen Stehendschießen – und dann in der Strafrunde Extrameter skaten. Eine bittere Erfahrung. „Jeder von uns kennt die Situation“, sagt Magdalena Neuner und versucht, das Positive aus dem ersten WM-Wettbewerb herauszustreichen: „Wir haben im eigenen Lande eine Medaille.“ Bronze statt Gold.

Es gab noch einen Fehler am Klappscheibensystem

Arnd Peiffer ärgert sich gar mächtig, und als ihn Emil Hegle Svendsen 700 Meter vor dem Zielstrich überholt, grübelt er über seinen Fauxpas. Zu diesem Zeitpunkt weiß er bereits, dass Gold an Norwegen geht. Dem norwegischen Protest wurde stattgegeben.

Das Klappscheibensystem hatte den ersten Treffer des 38-Jährigen bei der Stehendeinlage nicht angezeigt. Was der Routinier nicht bemerkt hat, registrierte ein aufmerksamer Trainer. Max Cobb, der Technische Delegierte des Weltverbandes IBU, hat eine Zeitgutschrift von 28,4 Sekunden ausgesprochen – 20 für die Strafrunde und 8,4 Sekunden für den Extraschuss.

„Es ist ein komisches Gefühl, als Zweiter über die Linie zu laufen und zu wissen, du bist Weltmeister“, sagt Emil Hegle Svendsen. Jakov Fak, dem Slowenen ergeht es nicht anders. Eine Geste der Freude verkneift er sich daher. Arnd Peiffer winkt bei der Siegerehrung trotzdem ins Publikum.

Magdalena Neuner kündigt eine Medaillenjagd an

Den Ärger verdrängt er, gibt stattdessen den professionellen Athleten – auch aus Respekt vor den Siegern. In ihm nagt es. Peiffer, der am Schießstand Schwierigkeiten mit dem seitlich einfallenden Licht hatte, weiß, dass er nur mit Glück überhaupt getroffen hat.

Ein Versuch, zu erklären, keine Ausrede. „Die anderen sind schließlich auch damit klar gekommen“, sagt Arnd Peiffer. „Ich bin froh, dass ich Lenas Medaillenziele nicht zerstört habe. Das war mir sehr wichtig.“

Imposante Kulisse Trefferbilder, Nachlader, Einzelzeiten – über die Analyse werden sie im Team den Gefrusteten wieder aufbauen. Damit Peiffer nicht an Selbstbewusstsein einbüst, wenn er morgen als Titelverteidiger in den Sprint-Wettbewerb geht.

Der Druck auf die deutschen Athleten ist in Ruhpolding spürbar und wird nicht nachlassen. „Wir haben die erste Medaille und fangen an, weiter zu sammeln“, sagt Magdalena Neuner.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer