Zum ersten Mal scheitert die US-Diva bei einem der Grand-Slam-Turniere in Runde eins.

Tennis
Williams (l.) und Razzano lieferten sich ein enges Duell.

Williams (l.) und Razzano lieferten sich ein enges Duell.

Williams (l.) und Razzano lieferten sich ein enges Duell.

Reuters/ dpa, Bild 1 von 2

Williams (l.) und Razzano lieferten sich ein enges Duell.

Paris. Nach der Pressekonferenz als Erstrunden-Verliererin stampfte Serena Williams mit ihrem blau-goldenen Handtäschchen davon. Die US-Tennis-Diva war bei den French Open in Roland Garros in bizarrer Stimmung. Mal hatte sie nach der verrückten 6:4, 6:7 (5:7), 3:6-Pleite gegen die Französin Virginie Razzano Tränen in den Augen, dann spöttelte die Entertainerin über ihre Alptraum-Schiedsrichterin und sinnierte schließlich als Drama-Queen ein bisschen über Schwierigkeiten im Leben.

„Auch ich habe so viel durchgemacht in meinem Leben“

Ihre 29 Jahre alte Gegnerin hatte im Vorjahr ihren Verlobten Stephane verloren. Ob sie von dem Schicksal wisse? „Wir alle haben unsere Geschichten“, sagte die frühere Weltranglisten-Erste barsch. „Auch Venus hat es im Moment schwer“, erinnerte sie an die seltene Autoimmunerkrankung ihrer älteren Schwester, die gestern auch ausgeschieden ist.

„Und auch ich habe so viel durchgemacht in meinem Leben“, sagte Williams. Ihr dubioser Stalker wurde im Mai 2011 festgenommen. Und natürlich hat auch sie eine volle Krankenakte, ohne die sie wohl mehr als ihre imposanten 13 Grand-Slam-Titel eingeheimst hätte. Nach dem ersten Erstrunden-Aus bei ihrer 47. Teilnahme bei einem der vier „Majors“ stellte sie aber sehr ehrlich klar: „Ich war 100 Prozent gesund.“

Schiedsrichterin spricht zwei Verwarnungen gegen Razzano aus

Umso unerklärlicher war dieses Match am Dienstag. Zumal sie nach Turniersiegen in Charleston und Madrid als eine der Favoritinnen angereist war. „Das ist das Leben“, sagte die Siegerin von 2002. „Ich habe einfach so viele Fehler gemacht.“ Sogar eine 5:1-Führung im Tiebreak des zweiten Satzes schenkte sie her.

Das Match hatte reichlich Drama und Spannung zu bieten. Der eine Grund: Schiedsrichterin Eva Asderaki saß wieder auf dem Stuhl. Die Griechin hatte Williams im US-Open-Finale 2011 nach einem voreiligen Jubelschrei eine Punktstrafe erteilt, woraufhin das US-Glamourgirl sie als „hässlich im Inneren“ beschimpfte. Diesmal sprach Asderaki gegen Razzano zwei Punktstrafen aus wegen störender Stöhnlaute. „War das etwa die von den US Open?!“, fragte Williams. „Ich dachte: Genau das ist mir in New York passiert!“

Die Französin verwandelt unter Krämpfen ihren achten Matchball

Nach dem Ende ihres ersten Grand-Slam-Abenteuers überwog bei der deutschen Tennis-Newcomerin Dinah Pfizenmaier der Stolz. „Es war einfach nur toll. Es war eine coole Atmosphäre und hat einfach nur Spaß gemacht“, sagte die 20 Jahre alte Qualifikantin trotz des 1:6, 1:6 in Paris gegen die Weltranglisten-Erste Victoria Asarenka. Nach dem Zweitrundenspiel der French Open auf dem imposanten Centre Court Philippe Chatrier stibitzte die deutsche Meisterin, die erstmals im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers stand, als Souvenirs vier Handtücher für Freunde in der Heimat.

 

Neun der 15 deutschen Starter sind bereits ausgeschieden. Die Partien von Angelique Kerber und Cedrik-Marcel Stebe wurde zunächst wegen Regens unterbrochen und dann wegen Dunkelheit abgebrochen. Routinier Michael Berrer zog gegen Nicolas Devilder aus Frankreich mit 6:7 (5:7), 4:6, 2:6 den Kürzeren.

Razzano verspielte fast noch ein 5:0 im finalen Satz. Mit Oberschenkelkrämpfen verwandelte sie ihren achten Matchball. Natürlich bewegt ihre tragische Geschichte. Wenige Tage vor den French Open 2011 war ihr Verlobter einem Hirntumor erlegen. Razzano sagte: „Ich widme den Sieg auch Stephane.“

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