Die deutsche 4x50 m-Staffel: Jenny Mensing (l-r), Dorothea Brandt, Lisa Vitting und Britta Steffen
Die deutsche 4x50 m-Staffel: Jenny Mensing (l-r), Dorothea Brandt, Lisa Vitting und Britta Steffen

Die deutsche 4x50 m-Staffel: Jenny Mensing (l-r), Dorothea Brandt, Lisa Vitting und Britta Steffen

dpa

Die deutsche 4x50 m-Staffel: Jenny Mensing (l-r), Dorothea Brandt, Lisa Vitting und Britta Steffen

Eindhoven (dpa) - Erstmals kein Gold, dafür positive Überraschungen: Tim Wallburger erfreute sich an EM-Silber über 200-m-Schmetterling, Lagenschwimmerin Theresa Michalak und Hendrik Feldwehr über 50-m-Brust feierten Bronze, die Lagen-Staffel der Frauen musste nur die Niederlande ziehen lassen.

Die deutschen Schwimmer steigerten ihre Medaillenbilanz bei der Kurzbahn-EM in Eindhoven auf 15 und übertrafen bereits vor dem Schlusstag die Verbandsvorgabe von mindestens zwölfmal Edelmetall. Für die erste Enttäuschung sorgte Jan Wolfgarten, der als Titelverteidiger über 1500 Meter Freistil nur Fünfter wurde.

Bislang hat das deutsche Team sieben Gold-, fünf Silber- und drei Bronzemedaillen gewonnen und ist damit vor dem Schlusstag bereits so erfolgreich wie seit sechs Jahren nicht mehr. Allerdings ließen einige Favoriten die EM aus und konzentrieren sich auf die WM Mitte Dezember in Dubai.

Wallburger und Michalak holten ihre ersten internationalen Einzelmedaillen. Der 21-Jährige musste sich in 1:53,71 Minuten nur dem Österreicher Dinko Jukic (1:53,35) geschlagen geben. «Ich war schon froh, dass ich ohne Norm zur EM mitdurfte, und dann verbessere ich meine Bestzeit um anderthalb Sekunden. Ich weiß nicht, was ich noch mehr will», sagte der Berliner.

Theresa Michalak aus Halle/Saale schlug über 100 Meter Lagen nach 59,85 Sekunden an und schaffte damit auch die WM-Norm. «Ich wollte alles daran geben, dass ich diese blöde Medaille kriege, und jetzt habe ich auch die Norm geschafft. Das ist ein Hammergefühl», erklärte die 18-Jährige. Das Rennen gewann die Ungarin Evelyn Verraszto.

Feldwehr holte nach Silber über 100 Meter Brust Rang drei über die Sprint-Distanz. Die Lagen-Staffel über 4 x 50 Meter schwamm in der Besetzung Jenny Mensing (Wiesbaden), Dorothea Brandt (Berlin), Lisa Vitting und Britta Steffen (Berlin) hinter dem souveränen Titelverteidiger Niederlanden zur Silbermedaille.

Jan Wolfgarten hingegen war in 14:55,24 Minuten weit weg von den Medaillen über die Marathonstrecke. Das Rennen gewann in 14:35,36 der Italiener Federico Colbertaldo. Wolfgarten blieb 15 Sekunden über der WM-Norm.

Die 400 Meter Freistil entschied die Ungarin Agnes Mutina in 4:01,25 Minuten für sich. Topfavoritin Federica Pellegrini (Italien) war einen Tag nach ihrem Sieg über 800 Meter im Vorlauf am Morgen nach 150 Metern aus dem Becken gestiegen. «Ich war nervös und bekam Angst», sagte sie. Ähnliches war ihr schon im Januar 2009 bei den italienischen Meisterschaften passiert. «Es ist ein mentales Problem», sagte der italienische Delegationschef Gianfranco Saini. Ob die Schwimm-Diva an diesem Sonntag über 200 Meter Freistil zur EM- Revanche gegen die 16-jährige Silke Lippok (Pforzheim) antritt, ist fraglich.

Neben Lippok haben am Schlusstag weitere deutsche Schwimmer beste Medaillenchancen. Titelverteidiger Paul Biedermann will über 200 Meter Freistil den Weltjahresbestzeiten Daniil Isotow hinter sich lassen. Auch die Brüder Deibler wollen ihre Goldsammlung weiter aufstocken: Markus ist über 100 Meter Lagen als Halbfinal-Schnellster und Weltjahresbester ebenso favorisiert wie Weltrekordler Steffen über 50 Meter Schmetterling.

Als Vierte erreichte Caroline Ruhnau (Essen) das Finale über 100 Meter Brust, Rückenschwimmer Stefan Herbst (Leipzig) geht als Fünfter in die Medaillenentscheidung über 100 Meter Rücken.

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