Das Symbol war der Wechsel. Bernd Schneider, der letzte Straßenfußballer der Nationalmannschaft, wurde gerade herzlich verabschiedet, als wenig später die neue Zeit anbrach. Die mit Mesut Özil und einer brillanten Darbietung in 90 Minuten.

Zumindest von jenem Spieler, von dessen Ideen und Kreativität sich der Bundestrainer eine Kehrtwende im Spiel seiner Mannschaft erhofft. Schneider markiert den schmerzlichsten Verlust jenes WM-Teams, das sein Gesicht nach den erklärten oder erzwungenen Abschieden von Jens Lehmann, Christoph Metzelder und auch Torsten Frings nachhaltig verändert hat.

Aber der vom Bundestrainer nach der EM 2008 ausgerufene Konkurrenzkampf sowie der personelle Umbruch zeitigten nicht das erhoffte Ergebnis. Immerhin sprach Theo Zwanziger nach Niederlagen gegen England und Norwegen von einem Imageschaden.

Der wirkte nach biederer Asienreise und trotz des 2:0 in Aserbaidschan bis in den Herbst hinein. Kapitän Ballack forderte mehr Leichtigkeit und Freude am Fußball. Die scheint mit Özil nun zart geweckt, ungeachtet aller Systemfragen. Denn ein Trainer ordnet das System auch nach den Fähigkeiten seines Personals, in dem der Bremer jetzt eine tragende Rolle spielt. Özil entscheidet auch über Löws Zukunft.

stephan.esser@wz-plus.de

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