Lagerkoller in Südafrika? Kollege Jens prophezeite unserer achtköpfigen Reisegruppe die erste massive Anstauung von schlechten Gefühlen nach zweieinhalb Wochen. Die Zeit ist gekommen. Ich will ein Zwischenfazit ziehen: Thomas hat heute das erste Mal bei Heinz geschlafen. Der Gute hatte des Nachts ein Sicherheitstor nicht öffnen können, Heinz stand ihm selbstlos zur Seite: "Mein Bett ist groß genug." Alfons und Heinz wiederum geben harmonisch Antwort auf die Frage, ob sie ihre Wäsche schon haben waschen lassen: "Nein, wir tauschen aus."

Nun ja. Mein Appartement-Genosse Uwe und ich wiederum verstehen uns als solide Einheit, wir nennen uns die Doppel-Sechs, ein Paar für besondere Aufgaben, auf den Straßen Südafrikas vielfach bewährt. Abends kommt die fröhliche Kapelle gerne mal bei Wolfgang zusammen, der Bonvivant kocht bei Kerzenschein, voller Leidenschaft. Das Ganze eine einzige Harmonie.

Manchmal malen wir uns aus, wie es wohl im Hotel Velmore zugeht, zwischen Jogi und Hansi, Schweini und Sami. Wo für Sicherheitstore der Sicherheitsdienst bereit steht, Unterwäsche der Zeugwart wäscht, wo der Profi-Koch kühl zum Menü bittet. Und die Doppel-Sechs nur auf dem Platz funktionieren muss. Wie sagte mein Opa stets? Wenn es einem schlecht geht, immer nach unten schauen. Wir blicken hinab auf Velmore Grande.

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