Ungewissheit
Der Freispruch von Dimitrij Ovtcharov wird einer zusätzlichen Prüfung unterzogen.

Der Freispruch von Dimitrij Ovtcharov wird einer zusätzlichen Prüfung unterzogen.

dpa

Der Freispruch von Dimitrij Ovtcharov wird einer zusätzlichen Prüfung unterzogen.

Düsseldorf (dpa) - Der Fall Dimitrij Ovtcharov ist beim Deutschen Tischtennis-Verband (DTTB) zurück auf dem Tisch. Auf Druck der Welt- Anti-Doping-Agentur (WADA) wird die Anti-Doping-Kommission des Verbandes den Freispruch des Nationalspielers durch das DTTB- Präsidium einer Prüfung unterziehen.

Der DTTB unterstützt die Nachprüfung, «ohne selbst den geringsten Zweifel» zu haben, dass seine Bewertung und sein Urteil bestätigt werde, hieß es in einer Mitteilung des DTTB. Die Spielberechtigung von Ovtcharov ist nach Verbandsangaben von diesen Vorgängen nicht berührt.

«Im schlimmsten Fall könnte er noch für zwei Jahre gesperrt werden», sagte DTTB-Pressesprecherin Simone Hinz der Nachrichtenagentur dpa. Die WADA hat vorsorglich Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof CAS eingelegt. Offen ist, wann die Überprüfung durch die Anti-Doping-Kommission, die überhaupt zum ersten Mal zusammenkommt, stattfinden und abgeschlossen wird.

Der DTTB hatte Ovtcharov am 15. Oktober vom Doping-Verdacht freigesprochen. Der 22-Jährige beteuerte stets seine Unschuld. Mit Hilfe einer Haarprobe hatte er dargelegt, dass das Mittel durch verseuchtes Fleisch in China in seinen Körper gelangt sein müsse. Ovtcharov war am 23. August, einen Tag nach seiner Rückkehr von den China Open, positiv auf Clenbuterol getestet worden.

Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) begrüßt den Entschluss des DTTB. «Damit werden die noch offenen Fragen im Sinne der Rechtssicherheit und des international einheitlichen Sanktionsmanagements geklärt», sagte die kommissarische NADA-Geschäftsführerin Anja Berninger.

Aus Sicht der NADA habe der DTTB in dem Fall ein transparentes Ergebnismanagementverfahren betrieben und mit der Einstellung des Verfahrens «eine dem Inhalt nach richtige Entscheidung getroffen», hieß es in einer NADA-Mitteilung. Sie wurde auf Grundlage der von den Anti-Doping-Laboren in Köln und Kreischa ermittelten Fakten getroffen.

«Das DTTB-Präsidium hat Verständnis dafür, dass die WADA vor dem Hintergrund anderer Clenbuterol-Befunde im internationalen Sport auch in verfahrenstechnischen Fragen mit äußerster Gründlichkeit vorgehen möchte», hieß es weiter in der Verbands-Mitteilung. Der DTTB werde die Beurteilung seiner vom Bad Kreuznacher Staatsanwalt Hans-Philipp Hübinger geleiteten Kommission der WADA und der Öffentlichkeit so schnell wie möglich vorlegen.

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