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Der VfB soll sich auch aus finanziellen Gründen von Armin Klümper mit medizinischem Bedarf versorgt haben lassen. Foto: Marijan Murat

Der VfB soll sich auch aus finanziellen Gründen von Armin Klümper mit medizinischem Bedarf versorgt haben lassen. Foto: Marijan Murat

dpa

Der VfB soll sich auch aus finanziellen Gründen von Armin Klümper mit medizinischem Bedarf versorgt haben lassen. Foto: Marijan Murat

Freiburg (dpa) - Auch aus finanziellen Motiven soll der VfB Stuttgart Ermittlungsakten zufolge Kontakt zum mittlerweile hochumstrittenen Armin Klümper gepflegt haben.

«Meiner Erinnerung nach war es so, daß aufgrund eines finanziellen Engpasses beim VfB Stuttgart bezüglich des medizinischen Etats ich Herrn Prof. Dr. Klümper darauf angesprochen habe, ob es nicht möglich sei, über ihn gewisse Präparate günstiger zu beziehen», sagte ein früherer VfB-Physiotherapeut als Zeuge einer Vernehmungsniederschrift vom 7. September 1984 zufolge, in die die Deutsche Presse-Agentur Einblick hatte.

Ein weiterer ehemaliger Physiotherapeut des schwäbischen Fußball-Bundesligisten äußerte sich ebenfalls als Zeuge über angebliche Preisnachlässe: «Selbstverständlich wußte der Vereinsvorstand von den Bestellungen bei Klümper, da zum einen der ganze Schriftwechsel über den Vorstand abgewickelt wurde, zum anderen dem VFB [sic!] ein Rabatt von ca. 20 bis 25 % eingeräumt war», heißt es einer Vernehmungsniederschrift vom 4. September 1984 zufolge.

Einem Prüfungsbericht vom 31. August 1984 nach seien dem VfB Preise eingeräumt worden, die unter den üblichen aufgeführten Apothekenpreisen lagen. Klümper soll auch weiteren Kunden Rabatte gewährt haben.

Der damalige VfB-Geschäftsführer Ulrich Schäfer sagte als Zeuge einer Vernehmungsniederschrift vom 28. August 1984 zufolge: «Es war der Vereinsführung bekannt, dass ein Großteil des Verbands- und Medikamentenbedarfs im Rahmen des Etats direkt bei Prof. Klümper gegen Rechnungsstellung bestellt worden ist, da Prof. Klümper dem VfB auf die Bestellungen jeweils einen Preisnachlass gewährte.»

Der früher hoch angesehene Sportmediziner gilt als potenzielle Schlüsselfigur in der jüngsten Doping-Affäre, wonach er etwa in den späten 70er und frühen 80er Jahren Bundesliga-Vereine und Sportverbände mit verbotenen Substanzen beliefert haben soll.

Der heute 79-Jährige lebt mittlerweile abgeschieden in Südafrika und äußert sich nicht zu Vorwürfen. Der VfB hat sich deutlich von möglichen Doping-Praktiken distanziert. Die Ermittlungsunterlagen aus den 80ern befinden sich seit Ende 2014 im Staatsarchiv Freiburg.

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