Gegen harmlose Kölner kommt das Team von Fred Rutten zu einem 1:0-Erfolg. Fans äußern Protest gegen Trainer und Manager.

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Heiko Westermann (r.) herzt den Schalker Torschützen Jermaine Jones.

Heiko Westermann (r.) herzt den Schalker Torschützen Jermaine Jones.

dpa

Heiko Westermann (r.) herzt den Schalker Torschützen Jermaine Jones.

Gelsenkirchen. Trotz des 1:0 gegen den 1. FC Köln stehen die Zeichen zwischen dem FCSchalke 04 und Manager Andreas Müller auf Trennung. Die Entscheidung soll innerhalb der Gremien bereits gefallen sein, aber in der nächsten Woche erst verkündet werden. Bereits am Freitag legte Detlef Ernsting sein Aufsichtsratsmandat aufgrund unterschiedlicher Perspektivbewertungen bei den Westfalen nieder. Sollte Andreas Müller den Verein verlassen müssen, dürfte auch Trainer Fred Rutten keine Zukunft mehr in Gelsenkirchen haben. Die Leistung in der gestrigen Partie hat wohl auch nicht mehr zu einer Meinungsänderung bei den Verantwortlichen gesorgt.

Es war ein einziger lichter Moment in der ersten Hälfte der Schalker Profis, von dem sich die ansonsten nahezu stummen Anhänger der Königsblauen zu einem Schrei der Begeisterung hinreißen ließen. Nach einem kunstvollen Pass mit der Hacke von Vicente Sanchez gelangte der Ball zu Ivan Rakitic, der geschickt auf Jermaine Jones ablegte. Der Mittelfeldspieler erzielte mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze die Führung und gleichzeitig seinen ersten Saisontreffer (28.).

In den restlichen Minuten herrschte auf den Rängen fast schon gespenstische Ruhe. Hätten sich die Schalker Zuschauer sich dieses Stille nicht selbst auferlegt, so hätten sie auch sonst nicht viel Grund gehabt, am gestrigen Abend im Rufe der Begeisterung loszuwerden. Die Mannschaft von Trainer Fred Rutten wirkte nach der jüngsten Niederlage im DFB-Pokal beim Zweitligisten Mainz 05 und den vielen Misserfolgserlebnissen in dieser Saison gehemmt wie seit vielen Wochen.

Kölner trauen sich nach dem Sieg in München viel zu wenig zu

Und die Kölner waren offenbar nur aus einem Grund nach Gelsenkirchen gereist: Sie wollten verhindern, dass die Gastgeber einen Treffer erzielen. So entwickelte sich vor allem in Halbzeit eins eine Partie, die sich hart an der Schmerzgrenze eines Fußballfans abspielte. Die Schalker taten sich wieder einmal besonders im Spielaufbau schwer. Der Angriff um den schwachen Kevin Kuranyi war so gut wie nicht existent.

Dass die Gäste sich so zurückhaltend präsentierten, war auch deshalb nicht verständlich, weil sie in ihrer letzten Auswärtspartie immerhin beim FC Bayern gewonnen hatten und sich der Verunsicherung ihres Gegners sicher sein konnten. Trotz ihres Ängstlichkeit waren sie aber dennoch kurz davor, den Ausgleich zu erzielen. Aber Youssef Mohamad verpasste die Hereingabe von Petit kurz vor der Torlinie. Und auch in der Nachspielzeit musste Neuer noch einmal eingreifen. Das war es aber schon aus einem Spiel, in dem die Schalker die etwas bessere von zwei schwachen Teams war. Am Ende wurden die Schalker Fans doch noch einmal laut, als sie "Müller-Raus" und "Rutten-Raus" riefen.

überragend: - gut: Jones zufriedenstellend: Neuer, Rafinha, Höwedes, Krstajic, Kobiaschwili, Westermann, , Sanchez enttäuschend: Rakitic, Farfán, Kuranyi

überragend: - gut: - zufriedenstellend: Mondragón, Brecko, Geromel, Mohamad, Matip, Petit, Brosinski, Novakovic enttäuschend: Ehret, Vucicevic, Pezzoni

Aus Protest gegen die Vereinspolitik ist Detlef Ernsting aus dem Aufsichtsrat von Fußball-Bundesligist Schalke 04 zurückgetreten. "Ich habe mich schweren Herzens dazu entschlossen, mein Mandat als Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung niederzulegen", teilte Ernsting mit und begründete das damit, dass er mehrmals "intern kommuniziert" habe, dass die Vereinspolitik nicht nur in sportlicher Hinsicht in die falsche Richtung weise. Sein Nachfolger wird sein Amtsvorgänger Klaus Marciniak.

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