Broncos-Quarterback holt zweiten NFL-Titel - Rücktritt statt kniffliger Personalentscheidung?

Quarterback
Wenige Wochen vor seinem 40. Geburtstag krönt sich Manning zum ältesten Quarterback, der im Super Bowl triumphiert. Foto: Monica M. Davey

Wenige Wochen vor seinem 40. Geburtstag krönt sich Manning zum ältesten Quarterback, der im Super Bowl triumphiert. Foto: Monica M. Davey

dpa

Wenige Wochen vor seinem 40. Geburtstag krönt sich Manning zum ältesten Quarterback, der im Super Bowl triumphiert. Foto: Monica M. Davey

Santa Clara. Peyton Manning hat im vierten Anlauf seinen zweiten Super Bowl gewonnen. Und der Spielmacher der Denver Broncos schrieb dabei Football-Geschichte. Doch es könnte sein „letzter Rodeo“ gewesen sein.

Er ballte die Faust. Genau in diesem Moment wusste Peyton Manning, dass er zum zweitem Mal in seiner Karriere den Super Bowl gewonnen hat. Zwar waren im 50. Finale der National Football League (NFL) zwischen seinen Denver Broncos und den Carolina Panthers noch 3:08 Minuten zu spielen. Doch nach seinem Pass auf Bennie Fowler, einer Two-Point-Conversion zum 24:10, war die Partie entschieden. Und schon stellte sich die Frage: War es das auch für Manning?

Der Broncos-Quarterback wird im März 40 Jahre alt. Alt für einen NFL-Spieler. Sehr alt. Und so hält sich seit Wochen das Thema, dass Manning nach 18 Profi-Jahren aufhört. Der 50. Super Bowl – es könnte sein letztes Spiel gewesen sein. Schließlich soll man ja aufhören, wenn es am schönsten ist. Und natürlich wollten alle wissen, ob es Manning „letztes Rodeo“ war, wie er nach dem Halbfinalsieg selbst sagte.

Als Antwort gab es erst einmal nur ein breites Grinsen. Dann äußerte er sich doch. Ohne aber Klarheit zu schaffen. „Dieser Sieg bedeutet mir natürlich sehr viel. Mein früherer Trainer Tony Dungy hat aber gesagt, man soll keine emotionalen Entscheidungen treffen - und dieser Moment ist sehr emotional. Ich werde mir Zeit nehmen, um das alles zu reflektieren. Jetzt will ich erst einmal feiern und mit meinen Teamkameraden ein paar Bier trinken“, meinte Manning. Grund genug dazu hat er ja.

Als erster Spielmacher überhaupt holte Manning („Das macht mich sehr stolz“) sich mit einem zweiten Team den Titel. 2007 gewann er den Super Bowl mit den Indianapolis Colts. Das ist Football-Geschichte. Der Älteste, der jemals gewonnen hat, ist Manning (er verlor zwei Finale) mit seinen 39 Jahren nun übrigens auch. Er löst ausgerechnet John Elway ab, der Denver als letzter zum Endspiel-Triumph geführt hatte. Heute ist dieser General Manager bei den Broncos und wäre sicherlich nicht böse, wenn Manning ihm eine knifflige Personal-Entscheidung abnehmen würde. Durch einen Rücktritt.

Mit 19 Millionen Dollar steht der Routinier in Denver in der kommenden Saison auf der Gehaltsliste. Und obwohl am Ende der Sieg stand. Argumente ihn trotz dieser stolzen Summe unbedingt weiter zu beschäftigen, lieferte der Quarterback gegen Carolina nicht. Er blieb ohne Touchdown-Pass, warf nur für 141 Yards, leistete sich aber zwei Ballverluste (eine Interception, ein Fumble). Eine bescheidene Bilanz.

Der 39-Jährige ist heuer mehr Manager der Broncos-Offensive als großer Held. So wie er es in vergangenen Jahren war. Aber Manning ist in die Jahre gekommen. Zahlreiche Verletzungen, vor allem an der Hüfte (eine Operation steht an) und im Nacken (eine Operation war erfolgreich), haben Spuren hinterlassen. Es überraschte daher nicht, dass Denver sein Schicksal im Finale in die Hände der eigenen Abwehr legte und nicht in die der von Manning angeführten Offensive.

Eine Entscheidung übrigens, die auch der Broncos-Quarterback befürwortete. „Ich bin sehr froh, dass ich imselben Team bin wie diese Jungs und nicht gegen unsere Defense spielen muss“, sagte Manning mit einem Augenzwinkern. Seine Zukunft ließ er indes auch nach der x-ten Nachfrage offen. Immerhin, Teamkamerad Emmanuel Sanders sprang ein bisschen in die Bresche.

„Hoffentlich haben wir Peyton mit diesem Sieg nicht in den Ruhestand geschickt“, sagte der Wide Receiver. Und Sanders ergänzte: „Und es wenn es doch so kommt, dann endet eine große Karriere – mit einem großen Ausrufezeichen.“

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