Brett Favre, einer der prägendsten Quarterbacks der NFL, beendet seine Football-Karriere.
Brett Favre, einer der prägendsten Quarterbacks der NFL, beendet seine Football-Karriere.

Brett Favre, einer der prägendsten Quarterbacks der NFL, beendet seine Football-Karriere.

dpa

Brett Favre, einer der prägendsten Quarterbacks der NFL, beendet seine Football-Karriere.

Boston (dpa) - Brett Favre hat fertig - sagt er zumindest. Diesmal klingt es aber glaubwürdig. Die lebende Institution der National Football League NFL will und kann nicht mehr. Nach 20 Jahren, 302 Spielen, 6300 fehlerfreien Pässen, 508 Touchdowns und 338 Interceptions beendet einer der prägendsten Quarterbacks der Liga seine Karriere.

«Ich weiß, es ist Zeit und das ist auch okay so», sagte Favre, nachdem er seine Rücktrittspapiere an die NFL geschickt hatte. Dort ging bereits im Februar 2009 ein ähnliches Schreiben ein - auch damals hatte Favre nach einer Saison bei den New York Jets erklärt, dass seine Zeit vorbei sei. Seit 2008 saß er dreimal vor versammelter Medien-Masse und kündigte seinen Rücktritt an - um jedes Mal trotzdem wieder in die Arenen zurückzukehren.

Diesmal jedoch stehen die Zeichen endgültig auf Rente. Favre ist 41 Jahre alt - und so sehr er es auch will, die 20 Jahre in der Knochenmühle NFL sind ihm anzumerken. In den 13 Partien der Saison gelangen dem Spielmacher der Minnesota Vikings nur noch elf Touchdowns. Dem stehen 19 Interceptions gegenüber und zudem eine um Längen verpasste Playoff-Teilnahme.

«Diese Saison war nicht so, wie wir es uns alle erhofft hatten, aber so ist Football», sagt er. Ellenbogen, Fuß, Kinn, Nacken, Rücken, Rippen und Waden schmerzen. Am 13. Dezember waren die Probleme in seiner rechten Wurfschulter gar so schlimm, dass er erstmals nach 297 Spielen als Starter verletzungsbedingt fehlte.

Eine Woche später stand er im Heimspiel gegen die Chicago Bears wieder auf dem Platz, wurde aber in der ersten Halbzeit von Defensive End Corey Wootton derartig zu Boden gerissen, dass er mit einer Gehirnerschütterung raus musste und die 14:40-Pleite von der Bank aus verfolgte. Sein letzter Pass habe ihm genauso viel Spaß gemacht wie sein erster, betonte Favre anschließend und kam zu der Erkenntnis: «Es ist wohl besser, wenn ich nicht mehr spiele.»

Kurz darauf gaben ihm die Vikings zu verstehen, dass man die Zukunft ohne die bekannteste Nummer 4 der US-Sportgeschichte plane. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich zum Hörer greife und ihn frage, ob er zurückkommen will - beim besten Willen nicht», sagte Trainer Leslie Frazier.

Seit 1991 hat Favre das Ei durch Amerikas Arenen geworfen, seitdem zahlreiche Rekorde aufgestellt und sich vor allem in seinen 16 Jahren bei den Green Bay Packers unsterblich gemacht. Favre führte den Verein 1996 zur Meisterschaft und war Gott in Green Bay. Dort gibt es unter anderem direkt neben dem legendären Lambeau-Field das Brett-Favre-Steakhaus in der Brett-Favre-Street. Dass er 2009 ausgerechnet beim Erzrivalen Minnesota unterschrieb, passt irgendwie zu Favre.

«Ich bereue nichts und mir fallen nicht allzu viele Spieler ein, die nach ihrem Karriere-Ende das behaupten können», so Favre. Einige in Green Bay ernannten ihn nach seinem Wechsel zum «Judas», andere trugen trotzdem weiter stolz das Trikot mit der Nummer 4. Mit Minnesota wollte er noch einmal Meister werden. Dieses Vorhaben endete 2010 im Halbfinale bei den New Orleans Saints - mit einem Favre-Fehlpass.

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