Starke Abwehr sichert Broncos Sieg im Super Bowl - Panther-Quarterback Newton nach Niederlage einsilbig.

MVP
Wertvollster Spieler beim Super Bowl 50 wurde Linebacker Von Miller von den Denver Broncos. Foto: Tannen Maury

Wertvollster Spieler beim Super Bowl 50 wurde Linebacker Von Miller von den Denver Broncos. Foto: Tannen Maury

dpa

Wertvollster Spieler beim Super Bowl 50 wurde Linebacker Von Miller von den Denver Broncos. Foto: Tannen Maury

Santa Clara. Die Spielmacher Cam Newton für die Carolina Panthers und Peyton Manning von Denver Broncos sollten die entscheidenden Spieler im 50. Super Bowl sein. Doch letzten waren es Abwehrspieler, die Denver zum Sieg im Finale der National Football League führten.

Sie haben den vermeintlichen Hauptdarstellern die Show gestohlen. Die komplette Woche vor dem Finale standen Peyton Manning und Cam Newton im Mittelpunkt. Die Quarterbacks. Nachdem 50. Super Bowl in Santa Clara war vielmehr die Rede von DeMarcus Ware, Malik Jackson oder vor allem Von Miller. Allesamt Verteidiger. Das Trio führte eine dominante Abwehr der Denver Broncos zum 24:10 (13:7)-Sieg im unspektakulären Jubiläums-Finale der National Football League (NFL) gegen die favorisierten Carolina Panthers.

Damit trafen die Vorhersagen ein. Denn wenn Denver eine Chance gegen die beste Offensive der Liga haben wollte, muss die Abwehr auftrumpfen – was die beste Verteidigung der NFL tat und den Broncos so den insgesamt dritten Titelgewinn sicherte. „Daran haben wir seit zwei Jahren gearbeitet. Es hat sich bezahlt gemacht. Mann, bin ich stolz auf diese Jungs“, sagte Miller. Der wertvollste Spieler (MVP) der Partie blickte nach dem Triumph also auch auf die Final-Niederlage gegen Seattle zurück.

Damals versagte die Broncos-Abwehr. Diesmal nicht. Besonders dank Miller. „Wir wussten, wenn wir unser Potenzial abrufen, werden wir obenauf sein“, sagte der Linebacker. Er behielt Recht. Gleich an zwei entscheidenden Szenen war der Verteidiger beteiligt: Zweimal schlug er Panthers-Spielmacher Cam Newton den Ball aus der Hand. Erst verwertete dies Abwehr-Kamerad Malik Jackson zum ersten Touchdown der Partie. Dann nutzte CJ Anderson den Ballbesitz für das Team aus den Rocky Mountains mit einem Lauf über zwei Yards zum letzten Touchdown der Partie.

Es waren vor den rund 75.000 Zuschauern zu diesem Zeitpunkt zwar noch drei Minuten zu spielen. Aber die Entscheidung war längst gefallen. Schließlich wollte Carolina aufgrund der starken Gegenwehr der Broncos kaum etwas gelingen. Ein Fieldgoal, ein Touchdown durch Jonathan Stewart. Das war es für den Favoriten. Die sechs Punkte Vorsprung, die Denver um den unauffälligen Quarterback Manning (dazu eigener Bericht) im Schlussviertel vorne lag (16:10), fühlten sich bei der überragenden Leistung der Denver-Abwehr nach viel mehr an.

Und die Panthers, die die Saison so dominiert hatten? Ausgerechnet im wichtigsten Spiel stotterte der Angriff um Newton gewaltig. Vor allem der Panthers-Quarterback, am Abend vor dem Super Bowl noch zum MVP gewählt, ließ bekannten Glanz vermissen. Ob es an einem Schuhwechsel lag? Warmgemacht hatte sich in goldenen Schuhen. Im Spiel trug er schwarze. Vor allem die drei Ballverluste (eine Interception und die zwei Miller-Fumbles) schmerzten ihn und sein Team.

Entsprechend angefressen war der ansonsten so redseelige Newton nach der bittersten Niederlage seiner Karriere. „Die Broncos waren einfach besser. Wir haben den Ball einfach zu oft verloren. Das war es“, sagte der 26-Jährige unter anderem in seinem Eröffnungsstatement. Dann wurde er einsilbig. Auf die folgenden sechs Fragen anwortete er mit insgesamt 19 Wörtern. Immerhin eines mehr als die Zahl der Pässe (18 für 265 Yards), die er an den Mann gebracht hatte.

Sein Trainer äußerte sich dagegen ausführlicher zu den Gründen der Niederlage. „Das wird uns für eine Zeit sehr weh tun. Aber um den Super Bowl zu gewinnen, musst du eine Spitzenleistung bringen. Wir waren zwar am Berg, aber die Spitze haben wir nicht erreicht“, erklärte Ron Rivera. Das habe auch an den Broncos legen, die ein „Super-Spiel“ gezeigt haben. Vor allem Von Miller.

„Er war außergewöhnlich. Miller hat sich den Super-Bowl-Titel und die MVP-Ehrung redlich verdient“, sagte Rivera. Für den Broncos-Verteidiger hatte der Panthers-Coach aber nicht nur Lob parat. Er machte ihn und seine Mannschaftsgefährten auch als Vorbild für sein Team aus. „Das war das Team, dass vor zwei Jahren im Super Bowl verloren hat. Jetzt haben die Broncos gewonnen. Wir können jetzt aus dieser Erfahrung lernen und wachsen. Dann kommen wir stärker zurück“, meinte Rivera. So wie es Denver mit seinen Hauptdarstellern um Von Miller diesmal getan hat.

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