Ehrgeizig
Sebastian Vollmer will mit den New England Patriots in den Superbowl einziehen.

Sebastian Vollmer will mit den New England Patriots in den Superbowl einziehen.

dpa

Sebastian Vollmer will mit den New England Patriots in den Superbowl einziehen.

Boston (dpa) - Destination Dallas, Sehnsucht Superbowl: Zwei Siege trennen Sebastian Vollmer und die New England Patriots noch vom Endspiel in der National Football League (NFL).

Doch der einzige Deutsche in der Eliteliga der kräftigen Kerle verschwendet keine Sekunde an ein mögliches Finale am 6. Februar in Dallas, sondern konzentriert sich voll und ganz auf das Viertelfinal-Heimspiel am Sonntag gegen die New York Jets. «Wir brauchen noch nicht über den Superbowl zu reden, denn wenn wir das nächste Spiel verlieren, sind wir raus. Wir schauen nur von Woche zu Woche, Spiel zu Spiel», sagte der 26-jährige Right Tackle im Gespräch mit Nachrichtenagentur dpa.

Die Patriots waren das beste Team der Vorrunde (14:2-Siege), hatten somit in der ersten Playoff-Runde ein Freilos und verpassten New York am 6. Dezember einen beeindruckenden 45:3-Denkzettel. Doch das Team von Trainer Rex Ryan revanchierte sich am Samstag mit 17:16 bereits erfolgreich bei Vizemeister Indianapolis Colts für die 17:30-Halbfinal-Niederlage im Vorjahr.

Ihren Höhenflug wollen die Jets in New England fortsetzen und machen bereits vor dem Start reichlich Lärm. Ryan bezeichnete das Spiel als «persönliche Angelegenheit» zwischen ihm und seinem Patriots-Pendant, Bill Belichick. Der Boulevard in «Big Apple» nahm diese Steilvorlage dankend auf. «The Roar vs. The Bore» (Der Brüller gegen den Langweiler) schrieb die Zeitung «New York Post».

Doch so eintönig Belichick auch sein mag, seine Vita spricht für ihn. Dreimal führte er die «Pats» seit 2002 zum Titel, Ryans größter Erfolg hingegen war im Vorjahr der Einzug in die Runde der letzten Vier. «Ich glaube, dass jedes Team jedes Jahr die Chance hat, den Superbowl zu gewinnen. Aber es ist natürlich schon gut, wenn man für die Patriots mit ihrem erfahrenen Trainerstab spielt», so Vollmer.

Auf den 2,03-Meter-Mann aus Kaarst, der wegen Schienbeinproblemen nur eingeschränkt trainieren konnte, wird als Bodyguard von Quarterback-Star Tom Brady einiges zukommen. Denn neben Ryan hat auch Jets-Cornerback Antonio Cromartie den verbalen Schlagabtausch längst eröffnet und Brady dabei in den Mittelpunkt gestellt.

Während über Boston am Mittwoch ein Schneesturm fegte, der bis zu 60 Zentimeter Neuschnee brachte, holte Cromartie in New York zu einem gewaltigen Wortwirbel aus, von dem «Ich hasse Tom Brady, ich hasse alle Patriots» noch die softesten Sätze waren. «Wir entschuldigen uns für gar nichts. Wir haben ein Recht darauf, unsere Meinung zu sagen und ein Kommentar wie dieser ist kein großes Ding», ergänzte Ryan.

Die Patriots reagierten auf die Provokationen gelassen. «Ich habe schon schlimmere Beleidigungen hinnehmen müssen. Wir werden unsere Antwort auf dem Feld geben», sagte Brady. Und Belichick reagiert cool auf die New Yorker Nickeligkeiten. «Was Leute über uns sagen, liegt nicht in unserer Hand. Unser Job ist es, am Sonntag bereit zu sein», so Belichick. Vollmer lässt der «Trash Talk» kalt: «Ich war noch nie ein Mann vieler Worte, ich halte mich da raus.»

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