Sebastian Vollmer will mit den New England Patriots in den Superbowl einziehen.
Sebastian Vollmer will mit den New England Patriots in den Superbowl einziehen.

Sebastian Vollmer will mit den New England Patriots in den Superbowl einziehen.

dpa

Sebastian Vollmer will mit den New England Patriots in den Superbowl einziehen.

Boston (dpa) - Es geht um die Tickets nach Texas - doch für Sebastian Vollmer, den einzigen deutschen NFL-Profi, wird der Auftakt zum heißesten Monat in der National Football League zur Geduldsprobe.

Während am Wochenende acht der zwölf Playoff-Teams in den Wildcard-Spielen den ersten Schritt Richtung Super Bowl am 6. Februar in Dallas machen wollen, schauen Vollmer und seine New England Patriots zu.

Als bestes Team der Vorrunde sind die «Pats» nach 14 Siegen aus 16 Spielen nicht nur Titelfavorit, sondern haben ebenso wie die Pittsburgh Steelers, Atlanta Falcons und Chicago Bears in der ersten Playoff-Runde noch Pause. «Wir gehen diese Woche an wie jede andere auch. Allerdings können wir uns auf keinen Gegner vorbereiten, da wir nicht wissen, gegen wen wir spielen», sagte Right Tackle Vollmer der Nachrichtenagentur dpa.

Vollmers Viertelfinal-Gegner wird in den Partien von Vizemeister Indianapolis Colts gegen die New York Jets und Kansas City Chiefs gegen Baltimore Ravens ermittelt. Sollten die Jets die Neuauflage des vorjährigen Halbfinals bei den Colts gewinnen, würden sie am 16. Januar nach Boston kommen, und Vollmer und Co. wüssten bereits am Samstagabend Bescheid. Setzt sich nach dem 30:17-Erfolg vor Jahresfrist hingegen erneut «Indy» durch, treffen die Patriots auf den Sieger des Chiefs-Ravens-Matches am Sonntag. «Ich werde auf jeden Fall den Fernseher einschalten und Football gucken», sagte Vollmer.

Weitaus angespannter ist New Yorks Trainer Rex Ryan. «Auf diese Chance habe ich ein Jahr lang gewartet. Dieses Spiel ist eine persönliche Angelegenheit für mich», betonte er vor der Revanche in Indianapolis. Im Vorjahr hatte sich Ryan schon voreilig die Route für die Parade nach dem Super Bowl-Sieg seiner Jets durch New York ausgeguckt - bevor er im Halbfinale am 24. Januar 2010 von den Colts gestoppt wurde.

Genau wie der Vizemeister muss auch Champion New Orleans Saints bereits in der ersten Runde ran. Der Titelverteidiger hat zwar eine respektable Vorrunden-Bilanz von 11:5, aber dennoch ein Auswärtsspiel bei den Seattle Seahawks. Die «Seeadler» erreichten als erstes Team der NFL-Geschichte trotz eines Negativ-Rekordes von 7:9 die K.o.-Runde und wurden dafür in den Medien gerupft.

Als Gewinner der West-Division in der National Football Conference genießt Seattle sogar Heimrecht. Mannschaften wie die New York Giants - die am 7. November 41:7 in Seattle gewannen - oder die Tampa Bay Buccaneers haben hingegen die entscheidende Meisterschaftsphase trotz jeweils 10:6-Siegen verpasst. Selbst NFL-Boss Roger Goodell ist mit dieser Konstellation nicht glücklich und daher sicher, dass das Thema in der Sommerpause besprochen wird.

In Seattle hingegen nimmt man Hohn und Häme gelassen. «Wir brauchen uns nicht dafür zu entschuldigen, in den Playoffs zu stehen. Der einfachste Weg dahin ist, die Division zu gewinnen, und das haben wir getan. Punkt. Basta», betonte Profi Lawyer Milloy. Sebastian Vollmer räumt den Seahawks die gleichen Titelchancen ein wie allen anderen elf Teams: «Jeder fängt wieder bei null an. Die Vorrunde zählt nicht mehr - wenn du verlierst, ist alles vorbei.»

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