Der Bayern-Präsident feiert seinen 60. Geburtstag. In Trainer Christoph Daum gratuliert sogar der Intimfeind von einst.

Ein Uli Hoeneß, viele Erinnerungen. Montage: Schmeing
Ein Uli Hoeneß, viele Erinnerungen. Montage: Schmeing

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Ein Uli Hoeneß, viele Erinnerungen. Montage: Schmeing

Düsseldorf. Zuerst war er Schulsprecher im Schubart-Gymnasium in Ulm. „Dort habe ich mich um die Finanzen der Schülerzeitung gekümmert, die defizitär war“, hat Uli Hoeneß in diesen Tagen erzählt. Und man hegt keinen Zweifel daran, dass es genauso war und die Zahlen bald schwarze wurden.

Mit Zahlen kann Uli Hoeneß umgehen, mit Menschen auch. Und mit dem Fußballgeschäft. Am 5. Januar wird der Präsident des FC Bayern München 60 Jahre alt, und es ist ein gutes Zeichen, dass sogar Christoph Daum aus Brüssel, einer der letzten wirklichen Feinde des bayerischen Schwergewichts, Glückwünsche gen München sendet. „Natürlich wünsche ich ihm alles Gute. Jeder weiß um seine Verdienste“, sagte Daum, über dessen Kokain-Affäre von einst Hoeneß beinahe gestolpert wäre. Als er den damaligen Fast-Bundestrainer früh öffentlich verdächtigte – und dafür Morddrohungen in Vielzahl erhielt. „Die kritischste Situation meines Lebens“, nennt Uli Hoeneß diese Konfrontation mit Leidenschaft und Wahrheit.

Nur Willi Lemke kann die Angriffe von Uli Hoeneß nicht vergessen

Vielleicht ist Willi Lemke, ehemaliger Manager von Werder Bremen, der letzte, der Hoeneß trotz beidseitiger Altersmilde nicht verzeihen kann. „Kein Mensch hat mich über fast drei Jahrzehnte so niedergemacht wie Uli Hoeneß. Das hat Spuren hinterlassen und mich in meiner Überzeugung bestätigt: So wie der, so will ich nie sein“, schrieb Lemke in der „SportBild“ über seinen ewigen Widersacher. Aber auch das wird Hoeneß noch verschmerzen. Denn sein Lebenswerk steht in einiger Opulenz täglich vor ihm: Der FC Bayern 2012, ein Verein mit 300 Millionen Euro Umsatz, stetem Erfolg und einer Philosophie, die Hoeneß mitbegründet hat, seit der damalige Präsident Wilhelm Neudecker dem damals 29-Jährigen 1979 das Amt des Managers antrug.

Der FC Bayern München ist die große Triebfeder des Jubilars

„Der Verein ist neben meiner Familie meine große Herzensangelegenheit. Er trägt meine Züge“, sagt Hoeneß, der als Spieler mit chronischen Knieschmerzen früh aufgeben musste. Die Triebfeder für alles, was danach kommt. Für alle Titel, für Millionenbeträge, die er Sponsoren abzwang. Er war das Sturmgeschütz gegen jene, die sich am ewig siegenden Rekordmeister rieben, verteidigte diese mal heile, mal zerbröckelnde Bayern-Welt in jedes Mikrofon hinein. Giftig, gallig, laut. Bis er 2009 Präsident wurde.

„Der hat sich lang genug die Bierbecher an den Kopf schmeißen lassen“, sagte Amtsvorgänger Franz Beckenbauer. Und Hoeneß machte sich daran, seine Nachfolge zu regeln. In seiner Wurstfabrik, die Sohn Florian leitet. Beim FC Bayern, wo Manager Christian Nerlinger das Sportliche regelt. „Es wird in den nächsten fünf, sechs Jahren darum gehen, dieses Stadion abzubezahlen und die Schulden auch da auf null zu fahren. Dann kann man sich darauf konzentrieren, gute Jugendarbeit und gute Transfers zu machen und diesen Verein als eine gesellschaftliche Veranstaltung zu betrachten“, sagte Hoeneß. Und dann kann er gehen.

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