Vize-Europameisterin
Elisabeth Seitz lässt sich von Verletzungssorgen nicht unterkriegen. Foto: Friso Gentsch

Elisabeth Seitz lässt sich von Verletzungssorgen nicht unterkriegen. Foto: Friso Gentsch

dpa

Elisabeth Seitz lässt sich von Verletzungssorgen nicht unterkriegen. Foto: Friso Gentsch

Cottbus (dpa) - Zur WM-Qualifikation im Vorjahr in Altendiez reiste sie mit Krücken an, bis heute ist ihr Problem am Fuß nicht endgültig ausgestanden. Vize-Europameisterin Elisabeth Seitz muss wegen der Verletzung sogar noch um ihren Olympia-Start bangen.

Doch die 18-Jährige geht frohen Mutes in die etwas unsichere Zukunft. «Ich muss meinen Fuß schonen und ihn langsam nach London bringen», meinte sie mit einem Schmunzeln. «Es bringt nichts, jetzt volle Kanne Wettkämpfe zu turnen und dann in der zweiten Saisonhälfte das Risiko einzugehen, dass es wieder schlechter wird», fügte sie hinzu.

In jedem Training trägt sie daher eine Orthese, eine Bandage mit eingesetzter Plastik-Schiene. «Damit geht es sehr gut. Ich kann Sprünge und Bodenübungen absolvieren. Das hilft mir sehr bei 30 Stunden Training in der Woche», verriet die derzeit beste deutsche Mehrkämpferin beim Turnier der Meister in Cottbus. Dort läuft das Schonprogramm für den linken Fuß so ab, dass sie sich allein auf ihr Spezialgerät Stufenbarren konzentriert.

Lange war unsicher, was nun eigentlich die Ursache ihrer Probleme ist. Inzwischen wurde ein Sehnenanriss in Knöchelnähe diagnostiziert, der möglicherweise operativ behoben werden könnte. Doch das hätte mit Sicherheit das Olympia-Aus für die Gymnasiastin aus Mannheim bedeutet. «Ich bin da eher zurückhaltend. Solange es nicht unbedingt sein muss, will ich keine Operation», meinte sie. «Es gibt auch Ärzte, die mir gesagt haben, selbst wenn die Sehne reißt, könnte ich weiter turnen.»

Damit stehen hinter allen weiteren Wettkämpfen Fragezeichen, auch hinter dem Start bei der Europameisterschaft in Brüssel Anfang Mai. «Es kann sein, ich kann alles machen. Aber es kann auch sein, es geht gar nicht. Jetzt muss ich von Woche zu Woche planen und kann gar nichts voraussagen», sagte die siebenmalige deutsche Meisterin, die sich in Cottbus am Stufenbarren trotz eines Fehlers beim Hindorf-Flieger als Vierte sicher für das Finale am Samstag qualifizierte. Ihren zweiten EM-Platz im Mehrkampf muss sie in Brüssel ohnehin nicht verteidigen, da diesmal die Team-Konkurrenz auf dem Plan steht. Als WM-Sechste gelten die deutschen Turnerinnen aber auch dort durchaus nicht als aussichtslos.

«Danach sind die deutschen Meisterschaften und die Olympia- Qualifikation in Frankfurt im Juni Pflicht, sonst kann ich nicht nach London», sagt die Schülerin am Ludwig-Frank-Gymnasium, die für die Olympia-Vorbereitung die 11. Klasse über zwei Jahre gestreckt hat. Aber auch für diese Wettkämpfe gibt es verschiedene Optionen. «Ich muss extrem auf meinen Körper hören. Step by step zu Olympia - anders kann es im Moment nicht gehen», stellt sich lächelnd klar. Eine Eli Seitz lässt sich von Verletzungssorgen nicht unterkriegen.

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