Lausanne (dpa) - Der Turn-Weltverband FIG will Ende Mai entscheiden, ob die Weltmeisterschaften wie geplant vom 7. bis 16. Oktober in Tokio ausgetragen werden können, teilte der Verband mit. Japan befinde sich nach dem Erdbeben und den nuklearen Folgen in einer schwierigen und kritischen Situation.

Noch seien die Folgen der Reaktorkatastrophe nicht bekannt, doch es herrsche weltweit Besorgnis und Beunruhigung, hieß es in einer Presseerklärung der FIG. Hidenori Futagi, der Präsident des japanischen Turnverbandes, erklärte die Bereitschaft seines Verbandes, weiterhin wie geplant die WM-Vorbereitungen anzugehen.

Futagi dankte auf der WM-Homepage für die große Anteilnahme, die den Verband nach der Tsunami-Katastrophe erreichte. Er bestätigte, dass alle Mitglieder seines Verbandes in Sicherheit und wohlauf seien. Er glaube fest daran, dass Tokio in der Lage sein werde, die WM durchzuführen.

Tags zuvor hatte sich Vizeweltmeister Philipp Boy aus Cottbus dagegen ausgesprochen, die WM in Japan auszutragen. «Die Gesundheit sollte immer an erster Stelle stehen», sagte Boy. Auch der deutsche Cheftrainer Andreas Hirsch würde eine WM-Verlegung begrüßen. «Die Bilder sprechen für sich. Ich möchte nicht die Verantwortung übernehmen, junge Turnerinnen und Turner nach Tokio zu schicken», sagte Hirsch. Die eigentlich für Ende März in Japans Hauptstadt geplante Eiskunstlauf-WM wurde inzwischen nach Moskau verlegt.

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