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Englands Robert Green sah beim Gegentor gegen die USA sehr alt aus.

Englands Robert Green sah beim Gegentor gegen die USA sehr alt aus.

dpa

Englands Robert Green sah beim Gegentor gegen die USA sehr alt aus.

Pretoria. Wenn Torhüter in die Geschichte eingehen, dann nicht immer wegen ihrer wirklich guten Leistungen. Oft sind es gerade die schlimmen Fehler, die richtigen "Klöpse", die ihnen einen Platz in der Fußball-Historie garantieren. Auch wenn sie darauf liebend gerne verzichten würden. Aber da gibt es kein Pardon. Gerade wer bei einer Weltmeisterschaft daneben greift, der ist gestraft fürs Leben. Weltweit läuft sein Lapsus, wird zigmal wiederholt und auch in Zeitlupe in jedes Wohnzimmer gesendet. Wirklich bitter. Erst recht, wenn der Fehler am Ende Punkte kostet.

Hier in Südafrika haben sich bereits die ersten Kandidaten für die "Hall of Shame" qualifiziert. Der englische Keeper Robert Green reihte sich unweigerlich in die Liste der Torhüter ein, deren Patzer unvergessen geblieben sind. Bei seinem WM-Debüt gegen die USA (1:1) ließ der Mann von West Ham United eine "Rückgabe" des US-Amerikaners Clint Dempsey durch die Hände rutschen, was den sicher geglaubten Sieg gekostet hat. In dem Moment hätte sich Green gern ganz tief eingebuddelt, musste aber nach außen den Souveränen markieren.

Fawzi Chaouchi kannte vor diesem Turnier gewiss kaum jemand. Der 25-Jährige trägt eine seltsame Frisur mit gewöhnungsbedürftiger Farbe und die Nr. 16 auf dem Rücken. In seinem neunten Länderspiel für Algerien machte der Mann von ES Setif im Spiel gegen Slowenien zunächst wirklich alles richtig. Dann aber passierte er, der Klopper. Ein harmloser Schuss des Slowenen Robert Koren fand seinen Weg ins Ziel, weil Chaouchi zu spät reagierte. Das Spiel ging 0:1 verloren, der Sündenbock stand fest.

Paraguay stand am Montagabend ganz dicht vor der Überraschung. 1:0 führte man gegen Weltmeister Italien und schien auf dem besten Weg, die erste Turniersensation zu schaffen. Aber dann übernahm Kapitän und Rückhalt Justo Villar die Hauptrolle. Einen Eckball unterlief er so gekonnt, dass Italiens Daniele de Rossi nur noch einzuschieben brauchte. Die Führung war weg, das 1:1 besiegelt und Villar todtraurig.

Aber er sollte sich nicht grämen, auch anderen Kalibern sind schon haarsträubende Fehlgriffe passiert. Hier eine Übersicht: WM 1986: Im Finale Argentinien gegen Deutschland (3:2) flog der bis dahin tadellose Keeper Harald Schumacher an einer Flanke vorbei und ermöglichte dem Argentinier Brown den Führungstreffer zum 1:0. WM 1990: Der Kolumbianer René Higuita ließ sich in der Achtelfinalpartie Kamerun gegen Kolumbien (2:1 n.V.) den Ball bei einem Ausflug an der Mittellinie abluchsen und verhalf dem legendären Roger Milla zum entscheidenden Treffer zum 2:0.

WM 1998: Spaniens Rekordnationalspieler Andoni Zubizarreta ließ im Gruppenspiel gegen Nigeria (2:3) - ebenso wie jetzt der Engländer Green - einen haltbaren Ball von seinen Händen ins Tor gleiten. Damit leitete er die Niederlage und das vorzeitige WM-Aus der Spanier ein. WM 2002: Greens Landsmann David Seaman stellte sich im Viertelfinalspiel England gegen Brasilien (1:2) bei einem direkten Freistoß der Brasilianer so weit vor das Tor, dass Ronaldinho aus großer Distanz zum Siegtreffer für die Brasilianer einschießen konnte.

WM 2002: Im Finale Brasilien gegen Deutschland (2:0) klatschte der bis dahin als Held gefeierte Oliver Kahn einen haltbaren Schuss der Brasilianer so ab, dass der Ball Ronaldo genau vor die Füße fiel. Dieser schoss mühelos zur 1:0-Führung der Brasilianer ein.

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