Mal ernst, mal heiter: Was wir Sportlern, die das Jahr 2009 mitgeprägt haben, zum Weihnachtsfest wünschen.

Düsseldorf. Peter Neururer: Wir wollen gar nicht die alten Kamellen rausholen und Peter Neururer Größenwahn vorwerfen, weil er sich mal als den idealen Trainer für Real Madrid hielt. Um Neururer ein wenig Besinnung an den Weihnachtstagen empfehlen zu wollen, reicht schon der Blick nach Duisburg, seiner letzten Station. Dort, wo er bei schlechter Leistung seines Teams jüngst mit seinem sofortigen Rücktritt drohte. Wo er gnädig den Trainer gab, obwohl sein Körbchen doch eigentlich in der 1. Liga steht. Und wo ihn die Polizei mit Blaulicht auf dem Beifahrersitz und Schreckschuss-Revolver im Handschuhfach antraf. Man mag sich gar nicht vorstellen, was bei Peter unter dem Weihnachtsbaum liegt. Handschellen?

Luca Toni: Zuletzt ätzte Jürgen Klopp aus Dortmund, beim BVB würden 15 seiner Spieler zusammen soviel Geld verdienen, wie Luca Toni beim FCBayern allein. 13 Millionen Euro per anno sollen es sein, unverbürgt. Aber Geld ist nicht alles und Ehre für einen italienischen Mann ein großer Begriff. Toni darf nicht mehr spielen, und Geld will der FC Bayern auch keines mehr für ihn. Hauptsache weg - wie demütigend. Wir wünschen dem Stürmer einen neuen Verein. Einen, bei dem er weniger verdient, aber mehr spielt. Davon hätten ja alle was. Irgendwie.

Janine Pietsch: Man fragt sich ja manchmal, wie viel ein Mensch aushalten kann. Für eine Antwort ist Janine Pietsch eine gute Ansprechpartnerin. Die erfolgreiche Schwimmerin hat das Jahr 2009 damit verbracht, den Krebs zu bekämpfen, der sie herausgefordert hat. Ihr fehle ein komplettes Jahr, sagt die Weltrekordhalterin und Olympia-Teilnehmerin heute. Pietsch will zurückkommen, langsam, zuerst mit kleinen Wettkämpfen. Die Perücken sind im Schrank, sie trägt ihre nachgewachsenen Haare jetzt kurz und schwarz. Pietsch ist eine Frau des Jahres 2009, und zur Weihnacht wünschen wir ihr, den Blick mit Stolz auf das richten zu können, was sie 2009 geschafft hat. Sie hat den Kampf ihres Lebens bewältigt. Außerhalb des Wassers.

Felix Magath: Wir wünschen ihm, dass er mit seinem neuen Leib- und Magenverein FC Schalke 04 in dieser Saison nicht den Meistertitel holt. Zur Weihnachtszeit wünscht man nur das Beste, sagen Sie? Das ist das Beste, sagen wir: Andernfalls wäre die auf vier Jahre angelegte "Mission Schalke" für Magath schon im Sommer erfüllt. Die Knappen hielten die Schale in Händen - und Magath zöge weiter. Zum nächsten Projekt nach Jena: Wie saniere ich einen hoch verschuldeten Ost-Verein und führe ihn innerhalb einer Saison sportlich sauber von der 3. Liga zum Meistertitel. Schafft er sicher. Aber Schalke und Magath - das ist lustiger.

Paul Biedermann: Sportler des Jahres, Titel um Titel aus dem Schwimmbecken gefischt - Biedermann ist vom Glück geküsst und darf sich bei den Weihnachtswünschen ganz hinten anstellen. Oder doch vordrängeln? Immerhin verliert er sein Sportgerät, muss den High-Tech-Anzug gegen die Badehose tauschen. Wünschen wir ihm, dass er die 45 Minuten, die er gebraucht hat, um sich in diesen Wunderanzug zu zwängen, künftig sinnvoll nutzt. Vielleicht mit Training. Soll helfen. Nachzufragen bei Felix Magath.

Norbert Meier: Für Norbert Meier erübrigt sich ein Wunsch. Der neue Vertrag von Fortuna Düsseldorf wird ganz sicher unter dem Weihnachtsbaum liegen. Wünschen kann man der Fortuna dafür, dass der derzeitige Trainer des Zweitliga-Tabellenvierten diesen auch unterschreibt. Doch halt! Da wäre noch etwas. Weil sich Meier zu Gelassenheit an der Seitenlinie zwingt, hat der früher oft wie ein Wurzelmännchen herumspringende Trainer bei zweistelligen Minusgraden in Rostock unlängst heftig gefroren. Eine lange Unterhose wäre das beste Geschenk. Am besten von der Marke Schießer - mit Torgarantie und der Möglichkeit, nahtlos an die Erfolge des abgelaufenen Jahres anzuschließen.

Louis van Gaal: Man mag sich ja kaum vorstellen, wie Weihnachten bei den van Gaals abläuft. "Louis, möchten Sie noch ein Stück von der knusprigen Ente?", wird die Tochter fragen. Und der niederländische Bayern-Trainer, der sich von seinen erwachsenen Töchtern permanent siezen lässt, wird sagen: "Nicht Louis, nenn’ mich Mijnheer van Gaal." Egal. Solange sich der wiederentdeckte bayrische Hoffnungsträger nicht mehr auf dem Niveau des Allmächtigen wähnt ("Ich bin wie Gott"), verzeihen wir ihm jeden Größenwahn. Weil Bescheidenheit bisweilen langweilig ist. Wir wünschen ihm, dass er in all’ dieser bajuwarischen Kakophonie die Stärke behält, so zu bleiben, wie er ist. Und haben keinen Zweifel daran.

Michael Schumacher: Was wir ihm zum Fest wünschen? Allzeit gute Fahrt!

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