Sabine Lisicki sagt, sie habe ein „großartiges Turnier“ gespielt. Aber im Finale hatten ihr Kraft und Konzentration gefehlt.

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Als die Tränen getrocknet waren, konnte Sabine Lisicki bei der Siegerehrung von Marion Bartoli wieder strahlen.

Als die Tränen getrocknet waren, konnte Sabine Lisicki bei der Siegerehrung von Marion Bartoli wieder strahlen.

Als die Tränen getrocknet waren, konnte Sabine Lisicki bei der Siegerehrung von Marion Bartoli wieder strahlen.

dpa, Reuters, Bild 1 von 2

Als die Tränen getrocknet waren, konnte Sabine Lisicki bei der Siegerehrung von Marion Bartoli wieder strahlen.

London. Sabine Lisicki sehnt sich nach Urlaub. Abschalten, entspannen, Abstand gewinnen. Die zwei turbulentesten Wochen, die sie jemals als Tennisspielerin erlebt hatte, sacken lassen. Am Sonntag kehrte sie nach Berlin zurück. Am Samstag stand sie als erste deutsche Tennisspielerin seit Steffi Graf vor 14 Jahren im Endspiel von Wimbledon, musste sich aber der Französin Marion Bartoli klar mit 1:6, 4:6 geschlagen geben. Nach dem Finale sprach sie über die Gründe der Niederlage. 

Haben bei Ihnen die Nerven die entscheidende Rolle gespielt? Sie traten ganz anders auf als zuvor.

Sabine Lisicki: Ich habe mich eigentlich gut gefühlt. Aber es ist eine Chance, die du nicht jeden Tag bekommst. Es war etwas komplett Neues für mich. Aber ich werde daraus lernen. Erfahrung hat mir immer geholfen. Ich hoffe, dass es mir nächstes Mal helfen wird, den einen Schritt weiter zu gehen.

Wenn man auf dem Platz steht und man will, aber nichts geht – was ist das für ein Gefühl?

Lisicki: Das ist enttäuschend. Denn man weiß, dass man es besser kann und wie gut man das ganze Turnier über gespielt hat, um ins Finale zu kommen. Man will das gerne noch mal abliefern, aber das war einfach nicht möglich.

Warum?

Lisicki: Der Weg ins Finale hat mehr Kraft gekostet, auch mental, als ich mir eingestehen wollte. Trotzdem war es ein gutes Turnier mit so vielen harten Matches. Auf der anderen Seite des Tableaus sind so viele Spielerinnen rausgeflogen, bei mir sind alle dringeblieben, und ich musste sie schlagen. Ich musste mein bestes Tennis spielen, um ins Finale zu kommen.

Sie waren vor dem zweiten Satz in der Kabine. Haben Sie dort Ihr Spiegelbild angeschrien?

Lisicki (lacht): „Nein. Das mache ich nicht. Ich habe mir gesagt, dass ich nichts mehr zu verlieren habe und dass ich versuchen soll, das Spiel zu genießen. Deswegen bin ich auch mit einem Schmunzeln zurückgekommen. Ich habe es wirklich versucht, aber es hat einfach nicht sollen sein.“

Wie werden Sie das Turnier mit etwas Abstand insgesamt bewerten?

Lisicki: Es ist immer noch ein großartiges Turnier. Es waren zwei wunderbare Wochen. Ich habe mein bestes Tennis gespielt. Ich musste den Champion und die Finalistin vom letzten Jahr rauswerfen. Ich denke schon, dass das etwas Großes ist. Dieses Turnier hat definitiv eine bessere Spielerin aus mir gemacht.

Wollten Sie zu viel und sind deswegen verkrampft?

Lisicki: Nein. Ich habe mich super gefühlt vor dem Match. Ich habe allerdings sehr wenig geschlafen. Wahrscheinlich vor Nervosität. Ich habe mich aber auf das Spiel gefreut. Ich denke, die Kräfte haben einfach nachgelassen, damit ging auch die Konzentration weg. Man ärgert sich dann auch mehr, weil man weiß, dass das Flüchtigkeitsfehler sind, die man das Turnier über nicht gemacht hat.

Wie geht es jetzt für Sie weiter?

Lisicki: Ich werde mich gut erholen. Das ist jetzt das A und O. Dann werde ich mich auf die Hartplatzsaison vorbereiten und nicht zu früh in die Turniere einsteigen, um das Verletzungsrisiko niedrig zu halten.

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