Wuchtig
Die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki beim Aufschlag.

Die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki beim Aufschlag.

Die Belgierin Justine Henin spielt eine angeschnittene Rückhand.

Der US-Amerikaner Andy Roddick ist nach seinem Sieg sichtlich erleichtert.

Florian Mayer konnte gegen Kei Nishikori nur einen Satz mithalten.

Philipp Kohlschreiber ärgert sich über einen verpassten Punktgewinn.

Julia Görges ballt nach einem erfolgreichen Ballwechsel die Faust.

Andrea Petkovic jubelt nach ihrem Sieg gegen Anne Keothavong.

dpa, Bild 1 von 7

Die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki beim Aufschlag.

Melbourne (dpa) - Petkovic gegen Venus Williams, Görges gegen Scharapowa: Mit diesen Traumduellen gehen die Australian Open für Deutschlands Tennis-Damen am 21. Januar erst so richtig los, für die deutschen Herren ist das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres dagegen bereits fast komplett beendet.

Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer setzten in Melbourne den Negativtrend der Männer fort, die immer mehr im Schatten der aufstrebenden Frauen verschwinden.

«Für solche Spiele, gegen die ganz Großen in den großen Stadien, dafür arbeitet man das ganze Jahr hart», sagte Görges nach ihrem Zweitrundensieg gegen die an Nummer 20 gesetzte Estin Kaia Kanepi, durch den die 22-Jährige erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier die dritte Runde erreichte. 6:4, 3:6 und 6:4 hieß es nach 2:09 Stunden für die Bad Oldesloerin, die ihre Freude herausschrie und begeistert die Faust ballte.

«Der Sieg heute fühlt sich sehr gut an. Eine Gesetzte geschlagen zu haben und erstmals bei einem Grand Slam in der dritten Runde zu stehen, das tut schon ganz gut», meinte Görges, die nach zwei Partien auf den hinteren Plätzen nun im Beauty-Duell mit Scharapowa auf einen Auftritt in einer der großen Arenen hoffen darf. «Das wäre natürlich klasse», sagte sie nach erfolgreicher Schwerstarbeit.

Einen harten Fight hatte auch Petkovic zu liefern, ehe sie erstmals in Melbourne die zweite Runde überstanden hatte. «Manchmal muss es eben auch hässlich und ekelig gehen», sagte die Darmstädterin nach ihrem 2:6, 7:5 und 6:0 gegen die Engländerin Anne Keothavong. Nach verlorenem ersten Satz pfefferte die 23-Jährige ihren Schläger wütend auf den Boden und verschwand zum Abreagieren auf der Toilette. «Das musste einfach mal sein», meinte Petkovic, die sich zudem immer wieder mit der Faust gegen die Brust schlug. «Damit wollte ich mein Kämpferherz wecken, zum Glück hat es am Ende noch geklappt.»

Die deutsche Nummer eins verletzte sich zu Beginn des zweiten Satzes am Fußgelenk und musste behandelt werden. Dennoch freut sie sich riesig auf das erste Aufeinandertreffen mit der Amerikanerin Venus Williams. «Das wird wieder eine tolle Erfahrung, ich werde versuchen, sie ein bisschen zu ärgern.»

Die siebenfache Grand-Slam-Turnier-Siegerin Williams zog sich bei ihrem mühsamen 6:7 (6:8), 6:0 und 6:4 gegen die Tschechin Sandra Zahlavova ebenfalls eine Verletzung am Lendenmuskel zu und musste behandelt werden. «Das waren die größten Schmerzen, die ich während einer Partie je hatte», sagte die 30-Jährige, die sich durchbiss.

Der letzte Biss fehlte dagegen wieder einmal den deutschen Herren. Zwei Tage nach seinem tollen Erfolg gegen den Russen Nikolai Dawydenko vergab Mayer gegen den Japaner Kei Nishikori die große Chance, weiter im Geschäft zu bleiben. «Wenn man nicht bei hundert Prozent ist, kann man bei einem Grand-Slam-Turnier kein Spiel gewinnen», sagte Mayer nach dem 4:6, 3:6, 6:0 und 3:6.

Der Bayreuther erstaunte danach mit seinem Fazit. «Ich bin mit den ersten drei Wochen dieses Jahres sehr zufrieden», sagte der 27- Jährige. «Das war schon eine verpasste Chance, aber nur Florian weiß, wie er sich auf dem Platz gefühlt hat», sagte Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen, der mit Benjamin Becker nur noch einen Spieler im Rennen hat.

Kohlschreiber packte ebenfalls wie so oft in der Vergangenheit frühzeitig seine Taschen. Gegen den tschechischen Wimbledon- Finalisten Tomas Berdych verlor der Augsburger nach gutem Start mit 6:4, 2:6, 3:6, 4:6. «Das sind die Matches, die man gewinnen muss, wenn man nach vorne kommen will», meinte Kohlschreiber.

Kurz vor dem Aus stand auch der Weltranglisten-Zweite Roger Federer. Der Schweizer musste gegen den Franzosen Gilles Simon über fünf Sätze gehen, ehe er durch das 6:2, 6:3, 4:6, 4:6 und 6:3 beim Unternehmen Titelverteidigung doch noch auf Kurs blieb. «Immer wenn wir gegeneinander spielen, geht es über die volle Distanz. Ich hoffe, ich treffe ihn nie wieder», sagte Federer erleichtert.

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