Rafael Nadal zeigte nach seinem Turniersieg in Indian Wells wieder ganz große Emotionen. Foto: Michael Nelson
Rafael Nadal zeigte nach seinem Turniersieg in Indian Wells wieder ganz große Emotionen. Foto: Michael Nelson

Rafael Nadal zeigte nach seinem Turniersieg in Indian Wells wieder ganz große Emotionen. Foto: Michael Nelson

Juan Martin Del Potro (r) gratulierte Rafael Nadal fair zum Sieg. Foto: John G. Mabanglo

Rafael Nadal bei der Siegerehrung in Indian Wells. Foto: Paul Buck

Rafael Nadal sprang nach seinem Sieg in seine Team-Box. Foto: John G. Mabanglo

Rafael Nadal feierte ausgiebig seinen Triumph in Indian Wells. Foto: Paul Buck

Maria Scharapowa genoss ihren Sieg in Indian Wells. Foto: John G. Mabanglo

Maria Scharapowa beim Fotoshooting nach dem Finale. Foto: Paul Buck

dpa, Bild 1 von 7

Rafael Nadal zeigte nach seinem Turniersieg in Indian Wells wieder ganz große Emotionen. Foto: Michael Nelson

Indian Wells (dpa) - Sandplatz-König Rafael Nadal kann es auch auf hartem Untergrund. In einem großartigen Endspiel des ATP-Masters in Indian Wells setzte sich der Spanier gegen Juan Martin Del Potro aus Argentinien durch.

Der 4:6, 6:3, 6:4-Erfolg nach zweieinhalb Stunden war nicht nur die Krönung seines Hartplatz-Comebacks, sondern auch sein 600. Karriere-Sieg und der 22. Gewinn eines Masters-Turniers. Bei den Frauen war Maria Scharapowa nicht zu stoppen. Die Russin gewann durch einen hoch verdienten 6:2, 6:2-Sieg über Caroline Wozniacki (Dänemark) zum zweiten Mal die begehrte Kristall-Vase von Indian Wells.

«Vor zwei Wochen hätte ich nie gedacht, dass das hier möglich ist», meinte Nadal überglücklich. Nachdem er seinen vierten Matchball genutzt hatte und der dritte Indian Wells-Gewinn nach 2007 und 2009 feststand, ließ sich der 26-Jährige an der Grundlinie auf den Rücken fallen und schrie all seine Freude heraus. Die 16 100 Zuschauer auf dem ausverkauften Centre Court waren von ihren Sitzen aufgesprungen und würdigten ihn minutenlang mit Ovationen.

Nach dem Handschlag mit Del Potro sank Nadal auf die Knie. Sieben Monate hatte er wegen einer komplizierten Knieverletzung gefehlt - doch all die Qualen, Schmerzen und harten Trainingsstunden der vergangenen Monate hatten sich für ihn ausgezahlt. «Ich habe einige schwere Momente durchgemacht. Aber dieser Sieg gibt mir riesiges Selbstvertrauen», betonte Nadal. Worte, die durchaus wie eine Kampfansage an die Konkurrenz klangen.

Trotz fehlender Wettkampf-Praxis hat der Linkshänder seit seinem Comeback Anfang Februar in Vina del Mar (Chile) mit 14:1-Siegen einen Saisonstart hingelegt, wie noch nie zuvor in seiner wahrlich beeindruckenden Karriere. Vier Turniere, vier Finals, drei Siege. Seine grandiose Form hat aber auch eine Schattenseite. Nadal sagte seine Teilnahme am ATP-Masters in Miami ab, das diese Woche beginnt. Die Ärzte rieten ihm zu einer Pause. 15 Spiele innerhalb von viereinhalb Wochen waren für sein gerade verheiltes linkes Knie viel mehr als ursprünglich vorgesehen. «Wer hätte denn ahnen können, dass ich in diesem Zeitraum alle Matches spielen würde.»

In seinem ersten Hartplatz-Finale seit dem legendären Australien-Open-Endspiel 2012 gegen Novak Djokovic lag Nadal schnell mit 3:0 vorn, sah anschließend jedoch wie der Verlierer aus. Del Potro, der tags zuvor im Halbfinale Branchenprimus Djokovic die erste Saisonniederlage verpasst hatte, übernahm das Kommando, gewann Satz eins und lag mit einem Break vorn. Doch Nadal zeigte sich in der Wüste Kaliforniens unverwüstlich, spielte fortan nicht mehr so aggressiv, machte somit weniger Fehler. «Ich habe bis zum Schluss gekämpft, aber er war einfach besser», sagte Del Potro. Er war nach dem Schweizer Roger Federer und Tomas Berdych aus Tschechien der dritte Akteur aus den Top Ten, den Nadal nacheinander besiegt hat.

Im Frauenfeld blieb eine ähnlich spektakuläre Story aus. Maria Scharapowa holte sich verdient den Turniersieg. Die Russin gab nicht einen Satz ab und ließ ihrer überforderten Endspielgegnerin, Caroline Wozniacki aus Dänemark, keine Chance. «Es fühlte sich an, als wenn alles, was Maria vorhatte, auch klappte. Ich muss einfach sagen, dass sie schlichtweg zu gut war», resümierte Wozniacki. Scharapowa sprach zwar von einer «schweren Partie» und hob hervor, dass das Ergebnis deutlicher war als das Match. Dennoch gab es nie einen Zweifel daran, dass sie den Centre Court als Gewinnerin verlassen würde.

81 Minuten lang spielte sie Power-Tennis, diktierte mit ihrer kraftvollen Vorhand und der ebenso starken, beidhändigen Rückhand das Geschehen. Lohn war nicht nur der Sieg, sondern auch ein Sprung um einen Platz nach oben in der Weltrangliste. Ab Montag wird Scharapowa an Position zwei geführt. In der Form von Indian Wells dürfte sie die derzeit einzige ernsthafte Konkurrentin von Branchenprimus Serena Williams sein. Die Amerikanerin verzichte wie schon in den Vorjahren auf das Turnier in Kalifornien, geht aber in Miami an den Start.

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