Wild entschlossen
Julia Görges will bei den Australian Open ihre Chance im Duell gegen Maria Scharapowa nutzen.

Julia Görges will bei den Australian Open ihre Chance im Duell gegen Maria Scharapowa nutzen.

dpa

Julia Görges will bei den Australian Open ihre Chance im Duell gegen Maria Scharapowa nutzen.

Melbourne (dpa) - Als Julia Görges vor den Australian Open auf die Auslosung schaute, stach ihr ein Name ins Auge: Maria Scharapowa. Das russische Tennis-Beauty war wie die 22-Jährige in die obere Spielplanhälfte gelost worden.

«Da habe ich schon gedacht, vielleicht gibt es die Chance, gegen sie zu spielen», erzählte Görges nach ihrem Zweitrundensieg gegen die Estin Kaia Kanepi bei den Australian Open in Melbourne. Durch den Erfolg erreichte sie erstmals in ihrer Karriere die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers. Und ihre Gegnerin heißt Maria Scharapowa.

Julia Görges bekommt also ihre Chance und ist wild entschlossen, sie zu nutzen. «Als ich das erste Mal gegen sie gespielt habe, war es noch der große Name, der mich gehemmt hat», erinnerte sich die Bad Oldesloerin an die 6:7, 1:6-Niederlage im Viertelfinale von Straßburg 2010. «Aber ich habe damals nicht gedacht, dass sie etwas viel besser macht als ich», meinte Görges. «Ich weiß, was mich erwartet.»

Solche zugleich selbstbewussten und professionellen Worte kannte man von Görges in der Vergangenheit noch nicht. Die 1,80 Meter große Niedersächsin galt als großes Talent, richtig umsetzen konnte sie dies zu Beginn ihrer Karriere aber nicht. Erst seit sie mit ihrem neuen Trainer Sascha Nensel, der zuvor Nicolas Kiefer gecoacht hatte, zusammenarbeitet, gelingt es Görges, ihr großes Potenzial auszuschöpfen. «Sascha hat mir beigebracht, wie man als Profi auf der Tour leben und arbeiten muss», erklärte sie.

Die erste kleine Belohnung folgte im vergangenen Jahr im österreichischen Bad Gastein, wo die Biathlon-Liebhaberin ihr erstes Turnier gewann. Als einziger deutscher Tennis-Profi überhaupt holte Görges 2010 einen Titel auf der Tour. Auch in der Weltrangliste ging es kontinuierlich nach oben, das Jahr schloss sie auf Rang 40 als zweitbeste Deutsche hinter Andrea Petkovic ab. «Mein Ziel ist es, so schnell wie möglich unter die besten 32 zu kommen, um bei den Grand-Slam-Turnieren gesetzt zu sein», sagte Görges.

Dann würden Duelle wie das gegen Scharapowa zwangsläufig erst zu einem späteren Zeitpunkt im Turnier stattfinden. Mit der ehemaligen Nummer eins verbindet Görges eine besondere Beziehung. Beide gelten als hübscheste Spielerinnen auf der Tour, was auch dem russischen Tennis-Model nicht entgangen ist. Für ihre eigene Tennis-Kollektion suchte sie Görges als Model aus. «Bisher haben ihr alle meine Stücke gefallen», sagte Scharapowa. «Es wird ein scheres Spiel, weil sie nichts zu verlieren hat.»

«Wir reden viel miteinander, schreiben uns auch oft übers Handy. Ich kann absolut nichts Negatives über sie sagen», meinte Görges über das russische Glamour-Girl, das in der Öffentlichkeit das Image einer arroganten Zicke mit sich herumträgt. «Sie ist eine ganz nette Person», sagte Görges hingegen über ihre nächste Gegnerin, mit der sie seit ihrem Aufstieg in die Top 50 auch immer öfter trainiert.

Weil das Duell eine Menge verspricht, dürfte Görges gegen die dreifache Grand-Slam-Turnier-Siegerin in einer der größeren Arenen im Melbourne Park spielen, eventuell sogar in der populären Night- Session. «Das wäre natürlich klasse. Für solche Spiele, gegen die ganz Großen in den großen Stadien, dafür arbeitet man das ganze Jahr hart», sagte Julia Görges.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer