Rafael Nadal kürte sich zum «König der Könige» von Paris. Foto: Ian Langsdon
Rafael Nadal kürte sich zum «König der Könige» von Paris. Foto: Ian Langsdon

Rafael Nadal kürte sich zum «König der Könige» von Paris. Foto: Ian Langsdon

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Rafael Nadal kürte sich zum «König der Könige» von Paris. Foto: Ian Langsdon

Paris (dpa) - Die nunmehr historische Siegesserie wird immer länger, das Lob für Rafael Nadal nach dem achten French-Open-Triumph ist unermesslich. «Rafa VIII.: Nadal, der Superchampion», titelte die spanische Sportzeitung «El Mundo Deportivo», «El Mundo» erhob ihn zum «König der Könige.»

Einstige Tennis-Größen erweisen dem Spanier nach dem Rekorderfolg von Paris ehrfürchtig ihren Respekt. «Ich denke nicht, dass dieser Sport eines Tages etwas Vergleichbares sehen wird», sagte Andre Agassi der Sportzeitung «L'Équipe» zu Nadals Kunststück, als erster Spieler achtmal das gleiche Grand-Slam-Turnier zu gewinnen.

Mats Wilander hält drei bis vier weitere Erfolge allein im Stade Roland Garros für möglich, falls Nadal gesundbleibt. «Auf einem Gebiet kann niemand mit ihm mithalten: bei seiner Leidenschaft für das Spiel auf Sand», erklärte der Schwede. Wilander und Agassi trauen Nadal nach dessen zwölftem Grand-Slam-Triumph zu, Rekordsieger Roger Federer einzuholen, der 17 Erfolge bei den vier wichtigsten Turnieren feierte.

Der Amerikaner Jim Courier, ebenfalls einst French-Open-Sieger, bescheinigte Nadal, in seiner Ära den Wettbewerb der Allerbesten zu dominieren. Der überforderte Finalist David Ferrer stellte schlicht fest: «Er ist in den entscheidenden Momenten der Beste.»

Der aus Sicht der Sportzeitung «Marca» zur «Tennislegende» aufgestiegene Nadal blieb trotz all dieser Elogen wie immer demütig und nachdenklich. Der von allen Gepriesene sprach vier Monate nach seiner Rückkehr natürlich von einem besonderen Triumph. Angesichts seiner siebenmonatigen Verletzungspause empfand er ihn nicht als selbstverständlich. Wer nicht an sich zweifle, sei arrogant, stellte Nadal fest. «Wenn Du sagst, dass Du Dich nicht verbessern kannst, weißt Du nichts vom Leben», stellt er fest und klang nicht wie ein 27-Jähriger, der erneut Sportgeschichte geschrieben hat.

Das Muskelpaket aus Mallorca konnte wegen des labilen linken Knies im Training nicht mehr so schuften wie früher. Bei den ersten Turnieren hatte er noch Schmerzen, jetzt nicht mehr. Auch dank seiner Erfahrung und - wie Agassi meint - verbesserten Effektivität fand sich der Linkshänder schnell wieder bestens auf dem Platz zurecht.

Dies sollte Nadal vor dem Wimbledon-Start in zwei Wochen das nötige Selbstvertrauen geben, denn ein anderes Rasenturnier wird er nach der Absage für Halle vorher nicht spielen. «Das ist nicht die ideale Vorbereitung», sagte Nadal, fügte aber hinzu: «Ich bin in einer Position, in der ich alles entspannter sehen kann.»

In London geht es erneut auch um Rekorde. Agassi empfiehlt Nadal, sich bei der Jagd auf Federers Marke auch auf Wimbledon zu konzentrieren. Der Schweizer wiederum würde nur zu gern als Erster zum achten Mal auf dem heiligen Rasen triumphieren und mit dem 18. Grand-Slam-Titel Nadal auf Distanz halten.

In der Weltrangliste fiel Nadal trotz der Titelverteidigung paradoxerweise auf Platz fünf zurück und musste den letztjährigen Halbfinalisten Ferrer wegen dessen verbesserten Abschneidens in Paris vorbei lassen. Aber schon ab Wimbledon, wo er im Vorjahr in der zweiten Runde ausschied und dann pausierte, kann Nadal auch auf die Spitze reichlich Punkte gutmachen. «Die Nummer eins am Jahresende zu sein, ist im Moment nicht mein Ziel», meinte er allerdings. Dafür seien das gesamte restliche Jahr lang viele Siege nötig.

Der einst noch als Mittdreißiger erfolgreiche Agassi empfahl Nadal, nach der Verletzung klüger mit seinem Körper umzugehen: «Das Tennis braucht ihn so lange wie möglich.»

Die spanischen Pressestimmen zum Finale der French Open

«El País»: «Nadal für die Ewigkeit: Im Finale benötigt der Mallorquiner gut zwei Stunden, um seiner Legende eine weitere Episode hinzuzufügen.»

«El Mundo»: «Nadal ist der König der Könige. Wenn die spanischen Kinder in 100 Jahren in der Schule die großen Persönlichkeiten der Geschichte ihres Landes durchnehmen, werden sie neben Cervantes, Velázquez und Hernán Cortés auch Rafael Nadal behandeln. Spanien wird wohl erst in mehreren Generationen mal wieder einen Sportler wie Nadal hervorbringen.»

«El Periódico»: «Nadal ist einzigartig. Er revolutioniert mit seinem achten Sieg in Roland Garros die Tennisgeschichte.»

«Marca»: «Nadal ist mit seinem achten Triumph in Paris zur Tennislegende geworden. Er bringt den spanischen Sport in eine neue Dimension. Seine Tränen bei der Siegerehrung drücken die Emotionen von ganz Spanien aus.»

«As»: «Nadal durchbricht Grenzen: Er gewinnt als erster Spieler in der Tennisgeschichte achtmal den Grand Slam eines Landes.»

«El Mundo Deportivo»: «Rafa VIII.: Nadal, der Superchampion.»

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