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Philipp Kohlschreiber hat die Entscheidung gegen Trainer Patrik Kühnen für den World Team Cup verteidigt. Foto: Stephane Reix

Philipp Kohlschreiber hat die Entscheidung gegen Trainer Patrik Kühnen für den World Team Cup verteidigt. Foto: Stephane Reix

dpa

Philipp Kohlschreiber hat die Entscheidung gegen Trainer Patrik Kühnen für den World Team Cup verteidigt. Foto: Stephane Reix

München (dpa) - Tennis-Profi Philipp Kohlschreiber hat den Affront gegen Trainer Patrik Kühnen vor dem World Team Cup als Entscheidung der Mannschaft verteidigt. «Es gab Unstimmigkeiten und Ungereimtheiten», sagte der 28-Jährige in München.

«Ich glaube, wir haben eine Entscheidung getroffen, die für uns die Richtige war», sagte Kohlschreiber, betonte aber: «Wir wollten definitiv keinem damit schaden.» Die deutschen Tennis-Herren hatten Davis-Cup-Teamchef Kühnen in der vergangenen Woche überraschend nicht als Kapitän für den World Team Cup in Düsseldorf berufen. Florian Mayer, der als bester deutscher Spieler den Teamchef benennen darf, teilte Kühnen die Entscheidung nach Rücksprache mit den anderen Spielern mit.

Vom 20. bis 26. Mai soll nun Ex-Profi Tobias Summerer zusammen mit den persönlichen Trainern der Spieler die Mannschaft betreuen. Neben Mayer und Kohlschreiber gehören auch Philipp Petzschner und Doppel-Spezialist Christopher Kas zum Team. Kühnen bedauerte die Entscheidung: «Ich hätte das Team natürlich auch dieses Jahr gerne betreut», sagte der 46-Jährige. Er müsse die Entscheidung aber akzeptieren. Im vergangenen Jahr hatten die deutschen Herren den Team World Cup unter Kühnen gewonnen.

Kohlschreiber führte das Votum unter anderem auf sportliche Gründe zurück. Die Spieler wollten sich mit ihren Heimtrainern auf die in der Woche nach der Team-WM stattfindenden French Open in Paris vorbereiten.

Der wahre Grund ist aber wohl eine Pressekonferenz im Februar nach dem 1:4 im Davis-Cup gegen Argentinien. Kohlschreiber hatte seine Teilnahme in Bamberg wegen eines Magen-Darm-Virus abgesagt und war nicht einmal als Zuschauer erschienen. Dafür erntete der Augsburger Kritik vor allem von Rückkehrer Tommy Haas. Auch Kühnen zeigte sich öffentlich verwundert.

«In Bamberg ist einiges unglücklich gelaufen», sagte Kühnen, der auch eigene Fehler in der Kommunikation zugab. «Ich hab die Jungs angerufen, ich hab mit jedem einzelnen gesprochen. Aus meiner Sicht ist es damit aus der Welt geschafft», betonte der Teamchef, dessen Vertrag am Ende des Jahres ausläuft. Auch Kohlschreiber sagte, die Unstimmigkeiten seien mittlerweile ausgeräumt.

An der Zusammenarbeit im Davis-Cup wollen beide Seiten daher trotz allem festhalten. «An meinem Arbeitsverhältnis oder meiner Tätigkeit als Davis-Cup-Kapitän ändert das nichts», hatte Kühnen nach der Entscheidung beteuert. «Ich persönlich fühle mich nicht vorgeführt», schob er am Mittwoch hinterher. Auch Kohlschreiber sagte auf der gemeinsamen Pressekonferenz vor dem Start der BMW Open in München, das Team wolle den Davis Cup «ganz sicher» mit Kühnen bestreiten. Trotz der atmosphärischen Störungen sei die Vertragsverlängerung Kühnens «eigentlich nur noch Formsache», hatte der Vizepräsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB), Carl-Uwe Steeb, zuletzt erklärt.

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