Tommy Haas hat entschieden sich im Laufe des Jahres 2017 vom aktiven Tennis zurückzuziehen. Foto: Herbert Neubauer
Tommy Haas hat entschieden sich im Laufe des Jahres 2017 vom aktiven Tennis zurückzuziehen. Foto: Herbert Neubauer

Tommy Haas hat entschieden sich im Laufe des Jahres 2017 vom aktiven Tennis zurückzuziehen. Foto: Herbert Neubauer

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Tommy Haas hat entschieden sich im Laufe des Jahres 2017 vom aktiven Tennis zurückzuziehen. Foto: Herbert Neubauer

Melbourne (dpa) - Er ist der Alters-Präsident im Feld der Australian Open, das Stehaufmännchen im Profi-Tennis - mit 38 Jahren wird Tommy Haas noch einmal bei seinem persönlich erfolgreichsten Grand-Slam-Turnier antreten.

Achteinhalb Monate nach einer Fuß-Operation. Und nach diversen Eingriffen an der rechten Schulter, einer Hüftoperation sowie langen Verletzungspausen, nach denen die meisten seiner Kollegen längst aufgehört hätten.

«Ich bin froh und dankbar, hier sein zu können», sagte der einstige Weltranglisten-Zweite in Melbourne, gab vor dem Start in seine 14. Australian Open aber auch zu: «Ich habe keine zu hohen Erwartungen.» Gegen den französischen Weltranglisten-47. Benoît Paire ist Haas Außenseiter. Ihm fehlt einfach auch die Matchpraxis, zudem hätte er gern noch fünf oder sechs Wochen länger vor der Rückkehr auf den Platz trainiert.

«Sicher bin ich noch nicht da, wo ich sein möchte, räumte Haas ein. Dafür fühlen sich Fuß und Schulter so gut an, wie es eben möglich ist. Vom Infekt, der jüngst das Comeback beim Einladungsturnier in Melbournes Stadtteil Kooyong vorzeitig gestoppt hatte, war ihm nichts mehr anzumerken.

Auf die immer wiederkehrende Frage, warum er nach der nächsten Reha noch einmal eine langwierige Vorbereitung auf sich genommen hat, kommt immer wieder die gleiche Antwort. Der Wahl-Amerikaner will seinen Körper nicht entscheiden lassen, wann Schluss ist. Nicht zu ernst solle man ihn nehmen, warnte Haas selbstironisch - und meinte damit frühere Rücktrittsankündigungen.

Mit dieser meint er es jedoch ernst: Irgendwann 2017 soll Schluss für den in Los Angeles lebenden gebürtigen Hamburger sein. Die Zeit bis dahin sieht er als «die Chance, mit sich selber ins Reine zu kommen» und zum selbst gewählten Zeitpunkt aufzuhören, am liebsten nach ein paar Siegen vor den Augen von Freunden und der Familie. «Die Turniere in Deutschland würde ich gern alle noch mal spielen, dann ist es langsam vorbei», sagte Haas.

Anfang März wird Haas zudem erstmals als Turnierdirektor im kalifornischen Indian Wells fungieren. Die von ihm genannte Möglichkeit, dort selbst sogar noch zu spielen, gibt es nach Angaben der Herren-Profiorganisation ATP aber nicht. Andere Akteure fragten ihn bereits nach Wildcards, berichtete Haas lächelnd.

Im Herren-Feld ist zwar niemand älter als er, immerhin 46 der 128 Teilnehmer haben aber die 30 Jahre schon überschritten. Zu ihnen zählt auch der 35 Jahre alte Roger Federer. Die langjährige Nummer eins, der immer wieder gern mit Haas trainierte, berichtete auch in Australien davon, wie schön es ist, jedes Jahr auf der Tour Freunde an verschiedenen Orten zu treffen. «Das habe ich wohl am meisten vermisst», sagte der Schweizer. Haas war zuletzt vor drei Jahren in Melbourne und freute sich, bekannte Gesichter wiederzusehen. Und wohl auch darüber, 19 Jahre nach seinem ersten Auftritt am Yarra River noch einmal im Rampenlicht zu stehen.

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