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Rafael Nadal setzte sich klar in drei Sätzen gegen Juan Martin del Potro durch. Foto: Christophe Ena

Rafael Nadal setzte sich klar in drei Sätzen gegen Juan Martin del Potro durch. Foto: Christophe Ena

dpa

Rafael Nadal setzte sich klar in drei Sätzen gegen Juan Martin del Potro durch. Foto: Christophe Ena

Paris (dpa) - Wenn es einer schaffen kann, dann wohl Dominic Thiem. Der Österreicher geht zwar als Außenseiter, aber keinesfalls chancenlos ins Endspiel der French Open gegen Sandplatz-Herrscher Rafael Nadal.

«Er ist einer der Einzigen, die gegen Nadal eine Chance haben», hatte schon der Hamburger Alexander Zverev vor seinem unglücklichen Aus gegen Thiem unterstrichen. Wie groß sie ist, wird sich in seinem ersten Endspiel bei einem der vier wichtigsten Tennis-Turniere an diesem Sonntag (15.00 Uhr) zeigen.

Die Erfahrung spricht natürlich für den Weltranglisten-Ersten aus Spanien, der das Grand-Slam-Turnier seit seinem ersten Triumph 2005 nun schon zum sage und schreibe elften Mal gewinnen kann. Niemand kennt den Court Philippe Chatrier so gut wie der 32-Jährige, seine Bilanz im Stade Garros steht bei unfassbaren 85 Siegen bei nur zwei Niederlagen. Der nach langer Erkrankung längst nicht mehr aktive Schwede Robin Söderling 2009 und Novak Djokovic 2015 schafften das Kunststück, Nadal bei den French Open zu besiegen.

Immerhin dreimal hat Thiem den Gewinner von 16 Grand-Slam-Titeln schon geschlagen, jeweils auf Sand - aber noch nicht in Paris. Dort verlor er zweimal, 2014 in der zweiten Runde und voriges Jahr im Halbfinale. Eine Chance hatte er beide Male nicht. Zuletzt aber gelang ihm ein Jahr nach einem Erfolg in Rom in der Höhenlage von Madrid wieder ein Sieg gegen Nadal.

«Er ist der hohe Favorit gegen jeden, aber ich weiß, wie man gegen ihn spielen muss», sagte Thiem. «Ich habe einen Plan. Ich werde alles versuchen, damit mein Plan auch hier ein bisschen aufgeht und nicht nur in Madrid oder Rom.» Details nannte Thiem nicht, unter Druck sieht er eher Nadal. Dieser würde bei einer Niederlage noch zusätzlich bestraft: Der zur nun beginnenden Rasensaison von seiner Pause zurückkehrende Schweizer Roger Federer würde ohne einen Schlag auf Sand Nadal wieder als Nummer eins der Welt ablösen.

«Ich muss mein Bestes spielen, wenn ich eine Chance haben will», sagte Nadal vor dem zehnten Duell der beiden. «Der Sonntag ist der Tag, um mein Bestes zu zeigen.» Sollte er die 2,2 Millionen Euro Siegprämie kassieren, würde er auch die Marke von 100 Millionen Dollar Preisgeld in seiner Karriere überspringen - und mit elf Siegen den 45 Jahre alten Rekord der Australierin Margaret Court für die meisten Erfolge beim selben Grand-Slam-Turnier einstellen.

Davor aber steht das Finale gegen Thiem, dem Nadal wie jedem seiner Rivalen mit größtem Respekt begegnet. «Dominic ist einer der Spieler, die die Chance haben, jedes Turnier zu gewinnen, bei dem sie spielen - besonders hier in Roland Garros», erklärte Nadal. «Er ist physisch stark, er hat die Power.»

23 Jahre nach dem Triumph von Thomas Muster - bislang Österreichs einziger Finalist bei einem Grand Slam - mochte sich der Weltranglisten-Achte nicht mit Vergleichen mit seinem berühmten Landsmann aufhalten. Das sei für beide nicht relevant. Trotzdem betonte Thiem: «Er ist eine komplette Legende in dem Sport.» Der potenzielle Nachfolger könnte am Sonntag einen großen Schritt machen, um dies daheim eines Tages auch zu werden.

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