Frankfurt/Main (dpa) - Boris Becker hat die ständige Unruhe im Deutschen Tennis Bund kritisiert.

«Man beschäftigt sich mit sich selbst - und nicht mit dem Sport. Und das kann sich das deutsche Tennis heute noch viel weniger leisten als jemals zuvor», sagte der dreimalige Wimbledonsieger in einem Interview des Online-Portals «tennisnet.com». Es sei eine «große gemeinsame Initiative» nötig, um besonders das deutsche Herren-Tennis wieder erfolgreich zu machen. «Was keiner braucht, sind diese Streitigkeiten von Funktionären», sagte Becker.

Der DTB hatte zuletzt durch die Trennung von Davis-Cup-Teamchef Carsten Arriens wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. Als dessen Nachfolger war zwischenzeitlich auch Becker im Gespräch. «Aber ich habe keine einzige Sekunde ernsthaft erwogen, diesen Job jetzt zu übernehmen», sagte der 47-Jährige, der derzeit als Coach des Serben Novak Djokovic tätig ist. Für die Zukunft wollte er das Amt des Kapitäns aber nicht ausschließen. «Nur ist es nicht heute, morgen oder übermorgen ein Thema.» Becker war schon einmal Ende der 90er Jahre Davis-Cup-Teamchef.

Mit Blick auf die aktuelle deutsche Mannschaft begrüßte Becker die Rückkehr des umstrittenen Philipp Kohlschreiber für die Partie gegen Frankreich an diesem Wochenende. Ein Verband und sein Teamchef müssten alles tun, um die Nummer eins des Landes in der Mannschaft zu haben. «Ohne Kohlschreiber hat man keine Erfolgsperspektive, das muss man ganz pragmatisch sehen», sagte Becker, der 1988 und 1989 den Davis Cup gewann.

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