Der World Team Cup in der Landeshauptstadt steht vor dem Aus. Ein Titelsponsor fehlt, die ATP macht Druck. In zwei Wochen soll entschieden werden.

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Spitzentennis im Düsseldorfer Rochusclub – ein Bild der Vergangenheit?

Spitzentennis im Düsseldorfer Rochusclub – ein Bild der Vergangenheit?

Horstmüller

Spitzentennis im Düsseldorfer Rochusclub – ein Bild der Vergangenheit?

Düsseldorf. 34. Tennis-Mannschafts-WM, 15. bis 21. Mai 2011 - die Internetseite des World Team Cup kündet noch unerschütterlich vom nächsten Tennis-Großereignis in Düsseldorf.

Ob es aber tatsächlich zu einer 34. Auflage kommen wird, ist in diesen Tagen ungewisser denn je: Den Veranstaltern der Weltmeisterschaft fehlt noch immer ein Titelsponsor, der mehr als eine Million Euro aufbringen kann und will - und das ein Jahr, nach dem der Versicherungskonzern "Arag" das Ende seines Engagements mit Turnierablauf 2010 bekannt gegeben hat.

"Mit jedem Tag, an dem nichts unterschrieben ist, wird die Wahrscheinlichkeit geringer, dass wir das Event in Düsseldorf behalten", sagt Turnierdirektor Dietloff von Arnim. Dabei läuft der Vertrag mit der ATP, der Spielergewerkschaft der Tennis-Profis, bis 2012. Seit 1978 ist Düsseldorf Heimat des Turniers.

In zwei Wochen wird eine Entscheidung fallen

Die Botschaft, die von Arnim und Turnier-Erfinder Horst Klosterkemper vom Masters in London Anfang dieser Woche mitbrachten, ist eindeutig: Die ATP will den Standort Düsseldorf gerne erhalten, der Rochusclub als Ausrichter aber muss die Finanzierung auf die Beine stellen.

In zwei Wochen wird eine Entscheidung fallen, ein halbes Jahr vor dem nächsten Turnier drängen naturgemäß sowohl die ATP als auch die zahlreichen kleineren Sponsoren des World Team Cup auf eine klare Aussage. An letzteren hat von Arnim mit "Corona" und "Fed Ex" zwei weitere hinzugewinnen können, klar ist aber auch, dass kein einziger dieser Sponsoren das teure Titelsponsoring übernehmen will.

Einen Joker hält von Arnim scheinbar noch in Händen

Auch die Stadt Düsseldorf zeigt sich noch verhalten, wenn es um die Rettung der Tennis-WM für Düsseldorf geht. Aus dem Rathaus erklingt stets der Verweis auf die regionalen Großunternehmen - die aber winken ab. Selbst die Hilfe einer Hamburger Marketing-Agentur blieb bislang ohne Erfolg. Und auch "Arag" steht laut von Arnim "auf keinen Fall" mehr für eine Neuauflage der Partnerschaft zur Verfügung.

So schließt sich die Schlinge: Im August dieses Jahres schienen die Verantwortlichen einen neuen Titelsponsor an der Hand zu haben. "Das hat sich aber zerschlagen", sagt von Arnim, der noch einen Joker im Ärmel zu haben glaubt: "Wir verhandeln derzeit mit einem internationalen Unternehmen."

Es dürfte die letzte Chance für Spitzen-Tennis in Düsseldorf sein. Fest steht, dass es eine abgespeckte Version eines Tennis-Events in der Landeshauptstadt nicht geben wird. "Entweder findet hier die Tennis-WM statt, oder eben gar nichts", sagt von Arnim. Es wäre das Ende einer großen Tennis-Tradition in Düsseldorf.

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