Bayer Leverkusens Torjäger will ins internationale Geschäft. Und träumt von der Weltmeisterschaft in Südafrika.

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Stefan Kießling trifft derzeit wie kein anderer in der Liga.

Stefan Kießling trifft derzeit wie kein anderer in der Liga.

Reuters

Stefan Kießling trifft derzeit wie kein anderer in der Liga.

Düsseldorf. Er ist zurück in der Nationalmannschaft, träumt von der Weltmeisterschaft in Südafrika und gilt im Moment als der mit Abstand erfolgreichste Goalgetter der Fußball-Bundesliga. Stefan Kießling ist in diesen Tagen ein sehr zufriedener Mensch. "Es macht Spaß in Leverkusen."

Das sagen sie zwar alle beim Spitzenreiter, aber Kießling ist einer, der nicht nur in der Gegenwart lebt. Dass es in der vergangenen Saison unter Trainer Bruno Labbadia zunächst ähnlich gut lief, bevor der Absturz erfolgte, ist dem 25 Jahre alten Angreifer noch gut in Erinnerung: "Wir wollen oben bleiben, aber wir haben in der vergangenen Saison gesehen, dass es auch anders laufen kann."

Wolfgang Holzhäuser überrascht die Entwicklung des Stürmers nicht

Kießling ist keiner, der im Erfolgsfall abhebt. Daran ändern auch zwölf Treffer nach nur 14 Spieltagen nichts. Gegen den VfB Stuttgart hat Kießling zuletzt drei Tore erzielt. Sie haben ihn sogar den Elfmeter schießen lassen, weil bei Bayer im Moment keiner so sicher trifft wie Kießling. "Man weiß doch, dass es im Fußball auch ganz schnell wieder in die andere Richtung gehen kann." Der Erfolg als Momentaufnahme. In Leverkusen wissen sie ziemlich genau, was das heißt. Und wie man damit umgehen muss.

Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der sicher nicht zu Übertreibungen neigt, hat die Entwicklung von Stefan Kießling allerdings erwartet. "Wir haben ihn für fünf Millionen von Nürnberg geholt, seine Entwicklung ist nicht überraschend für uns. Für mich zählt er zu den vier besten deutschen Angreifern neben Miroslav Klose, Mario Gomez und Patrick Helmes", sagt Holzhäuser im Gespräch mit unserer Zeitung.

Dass Jupp Heynckes seinen Anteil an der Entwicklung hat, ist andererseits aber offensichtlich. "Überraschend ist der Hype, der um Kießling gemacht wird. Wir dagegen müssen realistisch bleiben", sagt Holzhäuser. Auch er weiß noch genau, wie die letzte Saison gelaufen ist. Und dass er die Entscheidung für Bruno Labbadia heute anders treffen würde. "Das ändert nichts daran, dass ich davon überzeugt bin, dass aus Bruno Labbadia ein erfolgreicher Trainer werden wird."

Aber eine Vaterfigur wie Jupp Heynckes wird Labbadia nie. Der 64 Jahre alte Erfolgstrainer ist in dieser Saison der richtige Mann am richtigen Platz, der sich als ehemaliger Nationalstürmer natürlich wie ein kleines Kind freut, wenn seine Bayer-Angreifer treffen. Mit welchem Spieler man auch spricht, über Heynckes verlieren sie alle nur positive Worte. Was bei professionell denkenden Profis nicht verwundert, aber eben doch nicht selbstverständlich ist. Als der Stern von Labbadia in der vergangenen Saison zu sinken begann, merkten das die Spieler sehr schnell. Und äußerten sich entsprechend. Das war der Anfang vom Ende.

Das Ziel bei Hannover 96 sind drei Punkte. Und die Herbstmeisterschaft.

"Das darf uns nicht wieder passieren", sagt Holzhäuser, "das internationale Geschäft müssen wir erreichen, das bedeutet Platz fünf bis Platz eins. Sonst wird es in Zukunft ganz schwer für uns." Auch beim Chemiegiganten in Leverkusen wird gerechnet. Und das Füllhorn bleibt garantiert nicht weit geöffnet, wenn die Mannschaft in dieser Saison am Ende wieder nur auf dem neunten Tabellenrang liegt.

Stefan Kießling sieht in seiner Torquote keine Momentaufnahme. Er ist selbstbewusst genug, zu behaupten, dass es sich um das Ergebnis intensiven Trainings handelt. "Ich habe an mir gearbeitet, ich bin sicherer geworden." Und er muss auch keinen Gedanken an lukrative Angebote anderer Clubs verschwenden: "Ich fühle mich sehr gut in Leverkusen, ich will mit Bayer international spielen. Alles andere ist Spekulation."

Am Samstag spielen sie in Hannover. Und würden bei drei Punkten der Konkurrenz immer weiter enteilen. "Natürlich wollen wir in Hannover gewinnen", sagt Wolfgang Holzhäuser.

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