Spätes Glück
Skip John Jahr (M) darf drei Jahrzehnte nach seinem EM-Sieg 1985 in Sotschi an den Start gehen. Foto: Georgios Kefalas

Skip John Jahr (M) darf drei Jahrzehnte nach seinem EM-Sieg 1985 in Sotschi an den Start gehen. Foto: Georgios Kefalas

dpa

Skip John Jahr (M) darf drei Jahrzehnte nach seinem EM-Sieg 1985 in Sotschi an den Start gehen. Foto: Georgios Kefalas

Sotschi (dpa) - Schon im Vorfeld der Qualifikation für die Winterspiele musste Curler John Jahr leicht schmunzeln: «Ich vermute, dass ich vielleicht sogar der älteste Aktive überhaupt in Sotschi wäre».

«Aber das Alter interessiert überhaupt nicht», sagte der Skip des CC Hamburg einmal mit Blick auf das große Ziel Olympia. Nun hat es der 48-Jährige geschafft: Der «Sprössling» der Verleger-Familie darf in Sotschi bei Olympia an den Start gehen - und dies fast drei Jahrzehnte nach seinem EM-Sieg 1985.

Eigentlich hatte Jahr den Curling-Sport fast schon aufgegeben. In den vergangenen Jahren dominierten in Deutschland vor allem die Curler aus dem Allgäu. Doch der Hamburger wollte es noch einmal wissen - und wurde belohnt. Erst schaffte er mit seinem Team die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. Mitte Dezember löste er dann in Füssen das Ticket für Olympia.

«Erst der Aufstieg bei der EM und die WM-Qualifikation in Stavanger und nun die Olympia-Qualifikation! Und das als allererstes Hamburger Sportteam für Winterspiele - das hat wirklich was», meinte Jahr. Team-Kollege Christopher Bartsch sagte: «Ich bin einfach nur unfassbar glücklich. Wir haben uns einen Traum erfüllt!»

Für das große Ziel Sotschi hatten Jahr und Co. so viel investiert wie nie zuvor. «Schon im August haben wir zwei Lehrgänge in Füssen gehabt - also quasi mitten im Sommer», sagt Jahr. «Wir haben auch viel Fitness gemacht. Ich zum Beispiel schwimme jetzt jeden Morgen 1000 Meter.»

Dagegen müssen die deutschen Curling-Frauen um Routinier Andrea Schöpp bei Olympia zuschauen. Beim Turnier in Füssen verpassten sie die letzte Chance auf die Winterspiele. Schöpp erwies sich aber trotz des knapp verpassten Olympia-Tickets als faire Verliererin: «Mit dieser Leistung hätten wir bei Olympia nichts verloren gehabt. Da muss man ehrlich sein.»

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