Spannung
Zbigniew Brodka jubelt nach der Bekanntgabe der Ergebnisse auf. Foto: Hannibal Hanschke

Zbigniew Brodka jubelt nach der Bekanntgabe der Ergebnisse auf. Foto: Hannibal Hanschke

Koen Verweij ist die Enttäuschung über den verpassten Sieg an den Lippen abzulesen. Foto: Vincent Jannink

Koen Verweij (l-r), Zbigniew Brodka und Denny Morrison bei der Siegerehrung. Foto: Vincent Jannink

Patrick Beckert hatte mit dem Medaillenrennen als 23. nichts zu schaffen. Foto: Christian Charisius

Robert Lehmann beklagt sich nicht über seinen 27. Rang. Foto: Christian Charisius

Shani Davis konnte nicht mehr an frühere Glanzzeiten anknüpfen. Foto: Vincent Jannink

dpa, Bild 1 von 6

Zbigniew Brodka jubelt nach der Bekanntgabe der Ergebnisse auf. Foto: Hannibal Hanschke

Sotschi (dpa) - So knapp war es im Eisschnelllauf noch nie: Der Pole Zbigniew Brodka und der Niederländer Koen Verweij starrten sekundenlang gespannt auf die Anzeigetafel, nachdem der Computer für sie im 1500-Meter-Rennen von Sotschi in 1:45,00 Minuten exakt die selbe Zeit gemessen hatte.

Doch als plötzlich die Platzierungen auf der Anzeige erschienen, teilten sich die Emotionen: Der langmähnige Verweij brüllte «Scheiße», der Pole riss die Arme in die Luft und feierte die erste Eisschnelllauf-Goldmedaille für sein Land. Ganze drei Tausendstel oder umgerechnet vier Zentimeter hatten am Ende den Unterschied gemacht.

Damit verhinderte Brodka die Fortsetzung der Oranje-Festspiele in Sotschi. Verweijs unglückliches Silber war die 100. Medaille für sein Land bei Olympischen Winterspielen. Genießen konnte er sie nicht. «Es ist ein ekliges Gefühl. Einen Moment fühlst Du Dich als Sieger, und dann ist da ein schwarzes Loch. Ich bin der erste Verlierer», fluchte der sonst so lustige Verweij in der Pressekonferenz. Immerhin erhöhte er das unglaubliche Konto der niederländischen Eisschnellläufer in Sotschi auf 13 mal Edelmetall: je viermal Gold und Silber sowie fünfmal Bronze.

Sieger Brodka schilderte eine genau entgegengesetzte Gefühlslage. «Als Verweijs Zeit aufleuchtete, dachte ich: Jetzt bin ich Zweiter. Umso mehr habe ich gejubelt, dass ich die paar Tausendstel schneller war», berichtete der Pole. Glücklich über seinen dritten Platz war auch der Kanadier Denny Morrison (1:45,22), der sich nach Silber über 1000 Meter seine zweite Medaille in Sotschi sicherte.

Die Deutschen spielten bei dem Eis-Krimi nur Nebenrollen. Langstreckler Patrick Beckert kam in 1:48,08 Minuten auf Platz 23, sein Erfurter Teamgefährte Robert Lehmann belegte im vermeintlich letzten Lauf seiner Karriere Rang 27 (1:48,24). «Es ist schon fatal, wenn ein 10 000-Meter-Läufer der beste Mittelstreckler Deutschlands ist. Es lief nicht schlecht, aber der Start hätte besser klappen können», meinte der Bruder von Team-Olympiasiegerin Stephanie Beckert. Sein Ziel, unter 1:48 Minuten zu bleiben, verfehlte er knapp.

Auch Lehmann war nicht unzufrieden. «Es lief gut für mich, so schnell war ich seit 2011 nicht mehr. Vor einigen Monaten hätte ich von dieser Zeit nicht zu träumen gewagt», meinte der deutsche Ersatzmann, der erst durch den Verzicht von Moritz Geisreiter ins Team gerückt war. Geisreiter konzentriert sich auf die 10 000 Meter.

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