Eine neue Olympia-Bewerbung in der Diskussion. Die SPD hält das für realitätsfern, der DOSB ist noch skeptisch.

Schon einmal hat sich die Region Rhein-Ruhr um Olympia beworben. (Archivfoto)
Schon einmal hat sich die Region Rhein-Ruhr um Olympia beworben. (Archivfoto)

Schon einmal hat sich die Region Rhein-Ruhr um Olympia beworben. (Archivfoto)

Felix Fontane

Schon einmal hat sich die Region Rhein-Ruhr um Olympia beworben. (Archivfoto)

Düsseldorf. Am Freitag starten die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. 2020 findet das größte Sportereignis der Welt in Tokio statt, 2024 wahlweise in Los Angeles, Paris, Rom oder Budapest. Und 2028? Womöglich an Rhein und Ruhr im Westen dieser Republik. Das jedenfalls hat der Aachener Sportmanager Michael Mronz in einem Interview im „Express“ in die Debatte gegeben – und CDU-Landeschef Armin Laschet ist seither glühender Verfechter der Idee.

„Olympische Spiele 2028 an Rhein und Ruhr – die Idee des Sportmanagers Michael Mronz ist eine großartige Vision“, sagte Laschet am Dienstag unserer Zeitung. 70 Prozent der Sportstätten seien vorhanden „in Aachen und Mönchengladbach, in Düsseldorf und in Köln und in vielen Städten des Ruhrgebiets“. 21 geeignete Olympia-Anlagen gibt es in der Region, gebaut werden müsste zusätzlich tatsächlich in bescheidenem Rahmen.

Zur Erinnerung: Unter dem Slogan „Unsere Spiele – so bunt wie die Welt“ ist die Region Rhein-Ruhr schon einmal ins olympische Rennen gegangen. 2000 entstand die Idee, der inzwischen verstorbene Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU), Ex-Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) und der damalige Sportminister Michael Vesper (Bündnis 90/Die Grünen) waren die Treiber. Am Ende ging aber statt Rhein-Ruhr Leipzig für Deutschland ins Rennen – und  international chancenlos unter. London wurde Ausrichter 2012.

Ob die Region Rhein/Ruhr jetzt eine bessere Chance hätte? Laschet glaubt daran. „Das IOC vergibt nach seinen neuen Regeln Olympia auch an Regionen. Nachhaltig, innovativ, mit Impulsen für Infrastruktur und Arbeitsplätze – das wäre gut für Nordrhein-Westfalen“, so Laschet. „Wenn Wirtschaft, Sport, Kultur und die Menschen in den Städten unseres Land alle Kräfte bündeln, sollten wir uns auch Großes zutrauen.“

Auch die NRW-FDP hält viel davon. „Wie die Welt ab dieser Woche nach Rio schaut, könnte das begeisterte Publikum mit Köln, Düsseldorf oder Essen jubeln“, sagte der sportpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Björn Kerbein. „Eine Bewerbung würde zeigen, dass Großprojekte in NRW noch möglich sind. Die Politik sollte diese Idee diskutieren.“ Anders sieht das derzeit die SPD-Fraktion im NRW-Landtag. „Das ist bei uns überhaupt kein Thema. Nach den gerade erlittenen Abstimmungspleiten in Hamburg und schon zuvor in Bayern ist das realitätsfern“, sagte am Dienstag ein Sprecher.

Fest steht: Es bräuchte einen konzertierte Aktion für einen neuen Anlauf. DOSB-Chef Alfons Hörmann nämlich ist noch skeptisch: „Natürlich bleibt es eine grundsätzliche Zielstellung. Doch die Vergangenheit zeigt, dass die Zeit dafür reif sein muss. Nur mit klarer Zustimmung der Bürger in der betroffenen Region ist überhaupt eine international chancenreiche Konzeption möglich“, sagte Hörmann unserer Zeitung. Und: „Nach den jüngsten Niederlagen haben wir bislang keine aktiven Überlegungen dazu angestellt und sehen das auch zeitnah nicht als Priorität für die Strategie in den kommenden Jahren.“

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