Deutscher Viererbob
Auf Goldkurs: Der deutsche Viererbob um Zweierbob-Olympiasieger Francesco Friedrich. Foto: Michael Sohn

Auf Goldkurs: Der deutsche Viererbob um Zweierbob-Olympiasieger Francesco Friedrich. Foto: Michael Sohn

dpa

Auf Goldkurs: Der deutsche Viererbob um Zweierbob-Olympiasieger Francesco Friedrich. Foto: Michael Sohn

Pyeongchang (dpa) - Zweierbob-Olympiasieger Francesco Friedrich steht vor dem olympischen Gold-Double. Der Viererbob-Weltmeister aus Oberbärenburg hat zur Halbzeit des Rennens in der Königsklasse 0,29 Sekunden Vorsprung vor dem überraschend stark fahrenden Südkoreaner Won Yunjong.

Im ersten Durchgang war Friedrich am Samstag im Olympic Sliding Centre mit seiner Crew Candy Bauer, Martin Grothkopp und Thorsten Margis Bahnrekord gefahren, im zweiten Lauf baute er seine Führung noch aus.

«Wir hatten zwei gute Starts, zwei gute Fahrten, nur im ersten Durchgang waren wir unten etwas unsauber, dafür im zweiten umso besser», sagte Friedrich und betonte. «Hier ist noch nichts gewonnen.» Nicht überrascht war er vom Südkoreaner Won: «Das haben wir im Training schon gesehen, da war er auch schon sehr schnell.»

Friedrichs Vereinskollege Nico Walther hat als Dritter ebenfalls noch Medaillenchancen. Der WM-Dritte aus dem Vorjahr, der als einziger deutscher Pilot im Vierer einen FES-Schlitten aus dem Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten aus Berlin fährt, stellte zu Wons Material etwas säuerlich fest: «Es war abzusehen, er hat ja ein Wallner-Gerät.»

Er spielte darauf an, dass der Tiroler Johannes Wallner die Viererbobs von Friedrich und Johannes Lochner entwickelt und exklusiv mit einem deutschen Automobilhersteller (BMW) produziert. Allerdings verkauft der Österreicher die Vorjahresmodelle, mit denen die beiden deutschen Piloten 2017 zeitgleich gemeinsam Weltmeister wurden, auch an die internationale Konkurrenz.

Für den Finaltag heißt die Devise für Walther Sicherheit. Denn nach seiner Halbzeitführung im kleinen Schlitten blieb er nach vier Läufen als Vierter ohne Medaille. «Wir werden morgen hoffentlich mit einer Medaille nach Hause fahren und wären dann superglücklich», sagte der Sachse. Sogar Gold wäre noch machbar. Seine Rechnung lautet: «Nach vorne sind drei Zehntel mit 15 Hundertstel pro Lauf möglich, doch dann müssten wir so schnell wie der Franz starten und auf Fehler von ihm in der Bahn hoffen.»

Weltmeister Lochner aus Berchtesgaden braucht in den zwei Finalläufen am Sonntag ein Wunder. Er hat 0,31 Sekunden Rückstand auf den Bronzerang und teilt sich den fünften Platz mit den zeitgleichen Oskars Melbardis aus Lettland und Rico Peter aus der Schweiz. «Ich habe da oben einfach keinen Plan», meinte er über die Kurve zwei. «Ich probiere alles, aber so richtig die schnelle Linie habe ich noch nicht gefunden. Es ist die einzige Kurve der Welt, die ich nicht auf die Reihe kriege», sagte er frustriert.

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