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Emil Hegle Svendsen will im Massenstart endlich seine Medaille. Foto: Filip Singer

Emil Hegle Svendsen will im Massenstart endlich seine Medaille. Foto: Filip Singer

dpa

Emil Hegle Svendsen will im Massenstart endlich seine Medaille. Foto: Filip Singer

Krasnaja Poljana (dpa) - Es ist still geworden um Emil Hegle Svendsen. Noch zwei Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele von Sotschi hatte sich der Norweger selbst als Favorit bezeichnet. Doch vor dem letzten Biathlon-Einzelrennen steht «SuperSvendsen» mit leeren Händen da.

«Ich weiß nicht, woran es liegt. Ich bin überrascht, dass ich so weit hinten bin, denn eigentlich habe ich mich gut gefühlt», rätselte der 28-Jährige.

Alle hatten in den Bergen über Sotschi mit dem Duell der Biathlon-Giganten Svendsen und Martin Fourcade gerechnet. Doch das fand wegen der Schwäche des Norwegers bislang nicht statt. Dafür holte sich der Franzose jeweils Gold in der Verfolgung und über 20 Kilometer. Der Sprint zum Auftakt gewann zudem der 40 Jahre alte Rekordweltmeister Ole Einar Björndalen. Der Massenstart am Sonntag ist die letzte Chance für Svendsen. «Es wäre enttäuschend, ohne Einzel-Medaille nach Hause zu kommen», meinte er.

Vor vier Jahren hatte Svendsen in Vancouver über die 20 Kilometer die Goldmedaille gewonnen, diesmal wurde er im Biathlon-Klassiker nur Siebter. Der elfmalige Weltmeister lag 58,6 Sekunden hinter Fourcade, dem er noch bei der letzten WM in Nove Mesto drei bittere Niederlagen zufügt hatte. «Ich bin enttäuscht und traurig», sagte Svendsen hinterher. «Jetzt muss ich mich auf den Massenstart konzentrieren. Ich glaube daran, dass ich auf dem richtigen Weg bin, aber ich weiß nicht, ob es reichen wird, um auf das Podium zu kommen.»

Svendsen will im Massenstart in Krasnaja Poljana seinen olympischen Frieden. Für Erik Lesser ist das Rennen nach seinem Silbergewinn am Donnerstag die Zugabe. «Die Medaille zeigt mir nicht, dass ich es kann. Ich wusste ja schon vorher, dass ich es kann», sagte der 25-Jährige. «Beim Massenstart geht es wieder von vorne los. Und vielleicht werde ich da auch 30. Man weiß ja vorher nie, wie es funktioniert.»

Immerhin hat der Thüringer seine eigene Erwartungen für den spektakuläre Kampf Mann gegen Mann der besten 30 hochgeschraubt und will in die Top Ten. Vor seinem Silber-Coup hatte er für das 20-Kilometer-Rennen noch einen Platz unter den ersten 15 als Ziel ausgegeben. In dem ehemaligen Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer und dem Weltcup-Dritten Simon Schempp sind zwei weitere Deutsche für das olympische Rennen in der jüngsten Biathlon-Einzeldisziplin qualifiziert.

Gleich vier deutsche Skijägerinnen sind am Montag im Massenstartrennen der Damen dabei - falls die achtmalige Weltmeisterin Andrea Henkel bis dahin wieder fit ist. Neben der 36-Jährigen haben noch Franziska Preuß, Franziska Hildebrand und Evi Sachenbacher-Stehle den Sprung geschafft. Dritte Nachrückerin ist Laura Dahlmeier.

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