Andrea Henkel bereitet sich akribisch wie immer vor. Foto: Marc Müller
Andrea Henkel bereitet sich akribisch wie immer vor. Foto: Marc Müller

Andrea Henkel bereitet sich akribisch wie immer vor. Foto: Marc Müller

dpa

Andrea Henkel bereitet sich akribisch wie immer vor. Foto: Marc Müller

Krasnaja Poljana (dpa) - Andrea Henkel will es bei ihren vierten und letzten Winterspielen endlich einmal zur Eröffnungsfeier schaffen. «Grundsätzlich würde ich ja sehr gerne gehen», sagt die auch als Fahnenträgerin des deutschen Teams gehandelte achtmalige Biathlon-Weltmeisterin.

Die 36-Jährige hat Nachholbedarf, denn bei ihren bisherigen drei Olympia-Teilnahmen hat es «leider kein einziges Mal geklappt». Meistens, erklärt sie, seien die Wege zu weit gewesen und der zeitliche Aufwand deshalb riesengroß. «Das ist einfach nicht machbar, wenn man am nächsten oder übernächsten Tag sein erstes olympisches Rennen hat.» Vor dem Abflug nach Sotschi ist sie gespannt auf die Gegebenheiten: «Ich werde mir ab Mittwoch die Situation vor Ort anschauen und dann entscheiden. Denn eines ist auch klar: So schön eine solche Feier auch sein mag, die Wettkämpfe gehen vor!»

Die vor zwölf Jahren bei ihrem Olympia-Debüt in Salt Lake City gleich mit zweimal Gold dekorierte Skijägerin steht bereits am Sonntag im Sprint erstmals auf dem Prüfstand. Und weil sie vor zweieinhalb Wochen in Antholz nach zähem Saison-Auftakt als Sprint-Zweite und wenig später als Verfolgungssiegerin in den Kreis der Medaillenkandidatinnen zurückgekehrt ist, hat sie alle Chancen auf ein Happy-End zum Ausklang der Karriere. «Antholz hat mir das Vertrauen zurückgegeben - auch in mich selbst.»

«Andrea will erfolgreich sein», sagt Bundestrainer Gerald Hönig. Er würde wahrscheinlich den Kopf schütteln, wenn seine Athletin als Fahnenträgerin ausgewählt würde. Schon in Antholz hat er mit ihr darüber gesprochen, seine Bedenken verdeutlicht. Nun ist er sicher: «Sie wird die richtige Entscheidung treffen.»

Längst hat Andrea Henkel kund getan, dass es eine «Riesenehre» wäre, die Fahne zu tragen, doch auch ihre Zweifel angesichts der Belastungen hat sie öffentlich gemacht. In Sotschi wird sie voraussichtlich in sechs Biathlon-Wettbewerben mit Chancen am Start sein. «Ich weiß nicht, wo ich auf mich wetten würde. Ich würde einfach mal hoffen, dass eins gut geht», sagte sie.

Auch wenn es das letzte Mal ist, bereitet sie sich «genauso akribisch vor» wie immer. Ich finde, es jetzt auch nicht tragisch, dass es das letzte Mal ist», sagt Andrea Henkel und ist ganz gelassen. Danach ist Schluss, dann beginnt ein neuer Lebensabschnitt.

Nach der Saison wird Andrea Henkel zu ihrem vier Jahre jüngeren Freund Tim Burke in den US-Wintersportort Lake Placid ziehen. Dort will sie als Fitnesslehrerin Fuß fassen. Ganz sicher wird sie nichts dagegen haben, wenn sie wie bei ihrer letzten WM genau wie ihr Lebensgefährte eine Medaille holt. In Nove Mesto gewann das Paar im Einzel-Wettbewerb jeweils Silber.

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