Der FC Bayern ist wieder der Top-Favorit, sucht aber noch die richtige Balance.

Jupp Heynckes
Jupp Heynckes

Jupp Heynckes

MORRIS MAC MATZEN

Jupp Heynckes

München. Der unvergessliche Moment der Saison Kein positiver. 2. März, Hannover: Nach der 1:3-Niederlage war die Ratlosigkeit der Bayern zu greifen. Zum Abschluss einer desaströsen Woche (1:3 gegen Dortmund, 0:1 im Pokal gegen Schalke) drohte eine Saison ohne Champions-League-Teilnahme.

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Zitat der Saison „Bayern München ist größer als van Gaal – aber auch größer als der Vorstand“, tönte Trainer Louis van Gaal Mitte März. Von dem mit einfach zu anstrengenden Holländer gab es eine Trennung auf Raten. Erst reduzierten die Bosse die Zusammenarbeit bis Saisonende, nach dem 1:1 in Nürnberg folgte am 10. April doch der Rauswurf.

 

So steht es um den Trainer Jetzt hat der FC Bayern den Gegenentwurf zu van Gaal. Jupp Heynckes arbeitet zum dritten Mal in München – für ihn „eine Herzensangelegenheit“. Der FCB hofft auf eine entspannte Saison mit einem altersweisen Trainer. Der enge Freund von Präsident Uli Hoeneß ist unumstritten, aber er braucht auch Erfolg. In der Liga soll der 23. Titel her, in der Champions League ist die Qualifikation Pflicht und das Erreichen des Endspiels im Mai 2012 in der Allianz-Arena der Traum.

 

Wer ist bei den Fans umstritten? Der neue Torwart Manuel Neuer sicher nicht, wenn man von der kleinen Gruppe der Ultras absieht. Eher schon Abwehrriese Daniel van Buyten – wegen seiner Neigung zu groben Fehlern.

 

Des Trainers Liebling Arturo Vidal kommt nicht aus Leverkusen, den hätte Heynckes gerne gehabt. Der Trainer will Bastian Schweinsteiger zur Rückkehr auf WM-Niveau verhelfen. Der 26-Jährige bekommt seine Lieblingsposition in der Zentrale vor der Abwehr mit einem defensiv orientierten Helfer. „Ich sehe ihn auf einer Stufe mit den herausragenden Spielern der spanischen Liga“, sagt Heynckes.

 

Innenansichten – Skurriles aus dem Verein Entweder sie gewinnen nichts oder das Double. 2005, 2006 und 2010 wurden sie Meister und Pokalsieger. 2007, 2009 und 2011 gingen sie ohne Titel aus der Saison, die jeweils einem WM- oder EM-Jahr folgte. Diesmal störte kein Turnier die Vorbereitung – also wäre wieder das Double dran.

 

So wollen sie spielen Neuer – Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm – Timoschtschuk, Schweinsteiger – Robben, Müller, Ribery – Gomez. Das ist die Wunschbesetzung.

 

Das muss sich ändern Die Abwehrschwäche. 40 Gegentore gab es letzte Saison. Heynckes: „Der Gegner muss wieder sagen: Es ist schwer, gegen Bayern ein Tor zu erzielen, so wie es in vielen Epochen war. Wir wollen die Balance zwischen Offensive und Defensive.“ Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: „Es wird dauern, bis alles klappt.“

 

Einlauf-Tipp Der FC Bayern ist Titelfavorit, das räumt auch Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp gerne ein. Viel hängt von der Gesundheit der Stars Robben und Ribéry ab, die sich unter Heynckes mehr einordnen müssen als bisher.

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