Zugang Robert Lewandowski ist eine Konstante in einer Spielzeit, die für den Rekordmeister viele Fragen aufwirft.

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Ablösefrei aus Dortmund zu den Bayern: Robert Lewandowski, der heute 26 Jahre alt wird.

Ablösefrei aus Dortmund zu den Bayern: Robert Lewandowski, der heute 26 Jahre alt wird.

Witters

Ablösefrei aus Dortmund zu den Bayern: Robert Lewandowski, der heute 26 Jahre alt wird.

München. Der Übergang von der glamourösen Triple-Saison unter Trainer Jupp Heynckes zu seinem Nachfolger Pep Guardiola ist gelungen: Im März 2014 sicherten sich die Münchner in Berlin den frühesten Meistertitel der Bundesliga-Geschichte, im Mai schnappten sie dem Rivalen Borussia Dortmund im Olympiastadion den DFB-Pokal vor der Nase weg. Richtig schmerzhaft war nur das Aus im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid (0:1/0:4).

Jetzt nimmt der Klub einen neuen Anlauf aufs Triple. 2015 findet das Finale der Königsklasse in Berlin statt – wie man im Olympiastadion Titel gewinnt, weiß niemand besser als die Bayern, die nach dem Kreuz-bandriss von Javier Martinez einen neuen Abwehrspieler verpflichten werden. Geld ist reichlich vorhanden – bei einem Transferüberschuss von 40 Millionen Euro.

Der Chef

Ist Trainer Pep Guardiola. Im Sommer 2013 wie der Messias in München empfangen, hat er dem Klub pflichtgemäß die beiden nationalen Titel beschert und die Klub-WM gewonnen. Kritik handelte sich der Spanier allerdings ein, als er nach dem frühen Meistertitel rotieren ließ und seine Mannschaft aus dem Rhythmus brachte. Als das verunsicherte Team gegen Madrid in der Champions League krachend scheiterte, zweifelten die Experten gar an der taktischen Kompetenz des Kurzpass-Liebhabers Guardiola.

Der verstand – und zeigte im Pokalfinale, dass er auch pragmatisch siegen kann. Mit Abwehrspezialist Juan Bernat und Keeper Pepe Reina hat Guardiola jetzt die spanische Fraktion erweitert. Auch ohne Toni Kroos (zu Real Madrid) verfügt er über den besten Kader der Liga. Einzige Sorge: die WM-Fahrer, die fast ohne Vorbereitung in die Saison einsteigen müssen.

Der Zuverlässige

Kein Bayern-Profi stand im Vorjahr in allen Bundesliga-Spielen auf dem Platz – Guardiola gönnte seinen Stars angesichts der Dreifachbelastung aus Liga, DFB-Pokal und Champions League immer wieder Pausen. Mit 31 Einsätzen kam Torhüter Manuel Neuer der Vollbeschäftigung am nächsten.

Juan Bernat (FC Valencia/10 Millionen Euro), Pepe Reina (FC Liverpool/2,5 Millionen Euro), Robert Lewandowski (Borussia Dortmund/ablösefrei), Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt/ablösefrei)

Toni Kroos (Real Madrid/30 Millionen Euro), Mario Mandzukic (Atlético Madrid/22 Millionen Euro), Alessandro Schöpf (1. FC Nürnberg/400 000 Euro), Lukas Raeder (Vitória Setúbal/Portugal), Diego Contento (Girondins Bordeaux/ausgeliehen), Daniel van Buyten (Karriereende)

Auch in Sachen Zuverlässigkeit muss der 28-Jährige als Erster genannt werden: Nur 23 Gegentore kassierte der Fußballer des Jahres und Welttorhüter 2013. Sein Ex-Trainer Jupp Heynckes nannte ihn aufgrund seiner Reflexe, Strafraumbeherrschung und Präsenz sogar „Jahrhunderttorwart“. Zur Not gibt Neuer – wie er bei der WM eindrucksvoll bewies – sogar den Aushilfs-Libero. Einen besseren Torhüter hat keine andere Mannschaft der Welt.

Der Hoffnungsträger

74 Tore in 131 Spielen – eine solch herausragende Quote weisen nicht viele Stürmer in der Bundesliga-Geschichte auf. Und nichts spricht dagegen, dass Robert Lewandowski diese Ausbeute beim FC Bayern nicht noch steigern kann. Schließlich erspielt sich keine Mannschaft mehr Torchancen als der Rekordmeister. Der Pole, der heute seinen 26. Geburtstag feiert, sicherte sich im Trikot von Borussia Dortmund mit 20 Treffern die Torjägerkrone. Lewandowski ist erster Anwärter auf diesen Titel.

Der Ladenhüter

Gibt es nicht. Der Vertrag von Innenverteidiger Daniel van Buyten ist ausgelaufen, der schwierige Charakter Mario Mandzukic in Madrid gelandet. Ansonsten soll kein weiterer Profi den Verein verlassen.

Der größte Kritiker

Matthias Sammer ist das personifizierte schlechte Gewissen des FC Bayern. Der 46-jährige Sportvorstand mit dem Hang zum antizyklischen Einsatz von Lob und Kritik wird darauf achten, dass die Spannung stets hoch bleibt und die Stars nach den vielen Titeln nicht zu satt werden. Die Vergangenheit zeigt: Nach WM-Turnieren taten sich die Bayern mit ihren vielen Nationalspielern oft schwer - Schweinsteiger und Thiago fehlen noch wochenlang.

Zitat zur Saison

„Das erste Jahr bei Bayern war viel schwerer als das erste Jahr bei Barca.“ (Pep Guardiola, der die hohen Erwartungen in München nach der Triple-Saison beschrieb.)

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