28 Schüsse, vier Tore: Ein perfekter Tag für Dortmund, ein Desaster für Hannover 96.

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Hat noch kein Mittel gegen Hannovers freien Fall gefunden: Mirko Slomka kassierte die fünfte Niederlage im fünften Spiel als 96-Trainer.

Hat noch kein Mittel gegen Hannovers freien Fall gefunden: Mirko Slomka kassierte die fünfte Niederlage im fünften Spiel als 96-Trainer.

dpa

Hat noch kein Mittel gegen Hannovers freien Fall gefunden: Mirko Slomka kassierte die fünfte Niederlage im fünften Spiel als 96-Trainer.

Dortmund. Ein netter Typ, dieser Mats Hummels. Am Samstagabend war er zu Gast im Aktuellen Sportstudio des ZDF. Der 21 Jahre alte Abwehrspieler von Borussia Dortmund präsentierte sich im Gespräch mit Moderator Michael Steinbrecher offen, direkt und mutig. Kurz: Er gewann die Herzen des Publikums im Sturm. Wie es ihm und seiner Mannschaft Stunden zuvor beim 4:1 (1:0) gegen Hannover 96 gelungen war. Ein perfekter Tag für den Mann, der auf dem Sprung in die Nationalmannschaft steht und bemerkenswerte Sätze sagte. Zum Beispiel: "Wir sind nicht diejenigen, die vor dem Spiel bibbern."

"Jugend forsch" kommt immer mehr in Mode beim BVB, der den bemitleidenswerten Niedersachsen nicht den Hauch einer Chance ließ. Hohes Tempo und niedriges Durchschnittsalter (23,82 Jahre) - dieser Mixtur hatten die Hannoveraner nichts entgegenzusetzen. Sie mussten sogar noch froh sein, nicht deutlicher unter die Räder gekommen zu sein. Ein Lucas Barrios in Normalform hätte schon ausgereicht, um die Trefferquote noch weiter nach oben zu schrauben. Doch Dortmunds Torjäger hatte bei zwei Großchancen in der Anfangsphase Ladehemmung. Später sah er seine fünfte gelbe Karte und wird beim Revierderby auf Schalke am Freitag fehlen.

"Bei uns ist die Verunsicherung in allen Mannschaftsteilen zu spüren."

Florian Fromlowitz, Torwart von Hannover 96

"Wir haben unseren Auftrag erfüllt", hakte BVB-Coach Jürgen Klopp die 90 Minuten flott ab, die an Einseitigkeit nicht zu überbieten gewesen waren. 28 Dortmunder Torschüsse zählten die Statistiker. Vier davon saßen. Neven Subotic (44.) brach den Bann, ein Eigentor von Mario Eggimann (60.) und die Treffer von Nelson Valdez (77.) sowie Kevin Großkreutz (88.) zementierten Platz fünf in der Bundesliga. "Wir haben bewiesen, dass wir noch da sind", freute sich Keeper Roman Weidenfeller über das erste Erfolgserlebnis nach drei Niederlagen in Folge. Daran änderte auch der Ehrentreffer von Arouna Koné (81.) nichts.

Dass Torhüter Florian Fromlowitz noch Hannovers Bester war, sagt Vieles über den Zustand des Slomka-Teams aus. "Bei uns ist die Verunsicherung in allen Mannschaftsteilen zu spüren", stellte der Schlussmann fest. Das konnte auch der kürzlich verpflichtete Psychologe Dr. Andreas Marlovits (noch) nicht abstellen. Schon gar nicht Erfolglos-Trainer Mirko Slomka, der im fünften Spiel unter seiner Regie die fünfte Pleite kassierte. Er holte die verbale Peitsche heraus: "Eine finstere Bilanz. Das macht keine große Freude." Teilweise "wie eine Schülermannschaft" hatte er seine Spieler erlebt. Allerdings wirkte Slomka nicht weniger hilflos. Dass seine Abwehr bis zu Subotics Tor "kompakt gestanden" habe - diese Sichtweise hatte er jedenfalls exklusiv.

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