Wie die Olympiasiegerin ihr Image aufpoliert.

Whistler. Maria Riesch hat das Management gewechselt. Sie ist nun beim Münchner Marcus Höfl. Er hat Beckenbauer. Becker. Van Almsick. "Das sind A-Marken", hat Höfl im Sommer gesagt. Und Maria Riesch "hat das gleiche Potenzial", wegen ihrer "mitreißenden Persönlichkeit". Der Wechsel hat sich gelohnt. "Ich war mitten im Sommer in der Bild-Zeitung", sagte Riesch zum Beginn des Winters. Die Überschrift lautete: "Das Sommergeständnis von Maria Riesch: Mein Neuer darf auch einen Bierbauch haben!"

Jetzt hat sie sportliche Schlagzeilen geschrieben. Jetzt ist sie Olympiasiegerin. "Olympiasiegerin, wie sich das schon anhört", sagt sie bei der Feier im Deutschen Haus im Whistler. "Wahnsinn. Das bleibt nur einigen Wenigen vorbehalten."

Jetzt ist Maria Riesch eine A-Marke. Der Andrang ist groß. Größer als zwei Abende zuvor bei Magdalena Neuner. Internationale Fernsehsender haben ihre Kameras aufgebaut, auch das ORF. Wenn die Ski-Nation Österreich bei der Feier der Siegerin der Super-Kombination dabei sein will, dann sagt das etwas.

"Ich habe versucht, die Momente in mich aufzusaugen"

Maria Riesch hält inne. "Ja", sagt sie mit einem schrägen Blick zur Decke, "es war schon supertoll, in Val d´Isère vor einem Jahr Weltmeisterin im Slalom geworden zu sein." Erst Wochen, Monate später habe sie gemerkt, was ihr da gelungen ist: "Ich bin überall in Deutschland erkannt worden, was bisher nur in Süddeutschland der Fall war. Ich fühle mich geehrt, dass ich jetzt in dieser Riege dabei bin." In der der A-Marken.

Der Vergleich zwischen WM-Gold und Olympiasieg drängt sich auf. Die 25-Jährige sagt: "Von der Stimmung und vom Ambiente ist das hier noch mal eine Stufe höher. Deshalb habe ich versucht, die Momente bei der Siegerehrung in mich aufzusaugen und abzuspeichern." Maria Riesch versteht es, mit den Medien zu spielen. "Wenn ihr so wollt, steht es jetzt zwischen Lindsey und mir 1:1." Das Verhältnis zu Vonn sei vor und während der Spiele auf Eis gelegt, weil sich jeder auf sich konzentriere. Ob es danach eine Aussprache mit der US-Amerikanerin gibt? "Da gibt es nichts auszusprechen. Das ist alles ganz normal."

Die Gold-Marie wird auf die 2:1-Führung von Biathletin Magdalena Neuner angesprochen. "So Vergleiche machen für mich keinen Sinn", sagt Riesch. Bei den Biathleten gebe es ganz andere Erwartungen als bei den Alpinen. "Wenn Magdalena mehr Medaillen macht als ich, dann kommt das nicht ganz unerwartet und ist für mich überhaupt kein Problem."

Es stehen bei den Alpinen noch drei weitere Entscheidungen an. "Sicher, eine zweite Medaille wäre schön", sagt Maria Riesch. "Aber ich mache mir jetzt keinen Druck mehr. Der Rest ist Zugabe. Ich bin jetzt Olympiasiegerin." Und eine A-Marke.

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