Windsurf-Talent Philip Köster in Aktion.
Windsurf-Talent Philip Köster in Aktion.

Windsurf-Talent Philip Köster in Aktion.

dpa

Windsurf-Talent Philip Köster in Aktion.

Hamburg (dpa) - Philip Köster steht vor dem Durchbruch an die Weltspitze der Wellenreiter. Deutschlands neuer Surfstar und Robby Naish, die Ikone des Wassersports, haben vieles gemeinsam: Beide starteten ihre Karriere im Alter von acht Jahren. Beide fanden über surfbegeisterte Eltern zu ihrem Sport.

Nun surft der 17-jährige Deutsche im Kielwasser des heute 48 Jahre alten Ausnahmetalents Naish, der schon mit 13 Jahren erstmals Weltmeister wurde. Köster kann das Kunststück bereits in diesem Jahr als zweitjüngstem Wellenreiter gelingen. Perfekte Wellenritte und spektakuläre Sprünge sind sein Metier.

In der Surfszene gilt der «Junge Wilde» mit deutschem Pass schon als größtes Talent. Mit dem ihm häufig verliehenen Ehrentitel «Wunderkind» aber kann der bescheidene Teenager nicht viel angefangen: «Ich bin einfach nur ein Sportler, der seinen Sport liebt. Surfen bedeutet für mich die ganz große Freiheit auf dem Wasser.»

Seine schulische Laufbahn hat er nach dem Realschulabschluss vorerst auf Eis gelegt. Die Eltern helfen dem Sohn, der als 14-Jähriger Profi wurde, beim Management. «Beide surfen sehr, sehr gut, haben mir alle Tricks beigebracht», sagt Köster, der am schwarzen, windumtosten Steinstrand von Vargas auf Gran Canaria aufgewachsen ist, weil seine Eltern 1980 von Hamburg dorthin auswanderten und zunächst eine Surfschule betrieben.

Deutschland kennt Köster nur von einigen Besuchen. «Aber ich habe mal fast einen Monat in Hamburg verbracht und mich dort sehr wohl gefühlt», erzählt er, «im vergangenen Jahr habe ich dort sogar zum ersten Mal in meinem Leben Schnee geschippt.» Der 1,87 große Athlet ist nur 100 Meter entfernt von der Playa de Vargas auf der Kanareninsel aufgewachsen. Das Meer war und ist der Spielplatz, auf dem er sich mit einem Brett unter den Füßen heimisch fühlt. Zu seinen Hobbys zählen Schwimmen und Mountainbiking. «Nur Laufen mag ich nicht», sagt Köster, der als Wellenreiter bis zu 15 Meter hoch in den Himmel springen kann.

Am vergangenen Wochenende hat Köster mit seinem Weltcup-Sieg vor Pozo auf Gran Canaria in seiner Wahlheimat den Grundstein zum möglichen ersten WM-Titel gelegt. Kaum jemand zweifelt daran, dass der Sohn einer Hamburger Familie, dessen ebenfalls surftalentierte Schwester Kyra in Marburg Pharmazie studiert, schon in diesem Jahr der erste WM-Triumph gelingt. Köster startet als Weltranglisten-Erster in die ausstehenden drei Weltcup-Regatten, deren Weltmeisterschaftsfinale Ende September vor Sylt stattfindet. Dort will er sich seinen ersten WM-Titel holen. Mit dem gestiegenen Erwartungsdruck hat er keine Probleme: «Ich habe schon mit sechs Jahren als Schwimmer an Meisterschaften teilgenommen. Ich bin ein Wettkampftyp.»

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