Daniela Samulski in Ungarn mit ihrer EM-Silbermedaille über 50 Meter Rücken.
Daniela Samulski in Ungarn mit ihrer EM-Silbermedaille über 50 Meter Rücken.

Daniela Samulski in Ungarn mit ihrer EM-Silbermedaille über 50 Meter Rücken.

dpa

Daniela Samulski in Ungarn mit ihrer EM-Silbermedaille über 50 Meter Rücken.

Berlin (dpa) - Nach mehr als einem Jahrzehnt hat Daniela Samulski genug vom Stress des Leistungssports. Der Deutsche Schwimm-Verband verliert durch den Rücktritt der Vize-Weltmeisterin eine seiner Medaillengaranten.

«Das tut uns weh. Es wird nicht einfach sein, die Lücke zu schließen. Daniela war immer für ein bis zwei Medaillen gut», sagte Bundestrainer Dirk Lange; Samulski hatte ihn per E-Mail informiert. Lange Zeit war die 26-Jährige auf Tauchstation gegangen, per SMS oder Mail nicht erreichbar gewesen. Nun teilte Samulski Lange mit, «dass sie Familie und Freunde in den Mittelpunkt ihres Lebens stellen will». Lange äußerte Verständnis für Samulskis Schritt, der nach einer mehrmonatigen Auszeit nicht mehr überraschte: «Ich rechne es ihr hoch an, dass sie eine klare Linie fährt, statt noch ein bis zwei Jahre weiterzumachen, obwohl sie innerlich gekündigt hat.»

Zuvor hatte die «Westdeutsche Allgemeine Zeitung» berichtet, dass sich Samulski in einer E-Mail an ihren ehemaligen Essener Heimtrainer Henning Lambertz für die Zusammenarbeit bedankt und betonte habe, ihr Entschluss sei endgültig. Kurz vorher hatte sich Lambertz von Samulski getrennt, da er nach ihrer Ankündigung einer weiteren Pause das Ziel Olympia 2012 gefährdet sah.

Die Karriere der Sportsoldatin hatte Höhen und Tiefen. Nach ersten Erfolgen in jungen Jahren litt sie unter Essstörungen. Dank Therapie und Schwimm-Pause startete Samulski richtig durch, holte 2009 den Weltrekord über 50 Meter Rücken und bei der WM in Rom zweite Plätze im Rücken-Sprint sowie mit der Freistil-Staffel. 2006 und 2010 war sie Europameisterin mit der Freistil-Staffel über 4 x 100-Meter.

Die zurückliegende Kurzbahnsaison hatte die Studentin mit den Berliner Wurzeln bereits ausgelassen. Samulskis spontane Entscheidungen erschwerten teilweise die Arbeit der Trainer. Statt 2009 wie geplant zur Familie nach Berlin zurückzukehren und Psychologie zu studieren blieb die Sportsoldatin in Essen. Anfang des Jahres reiste sie kurzentschlossen für zwei Monate nach Neuseeland.

«Ihr Verhalten war immer sehr 'Samulski-Like', doch sie hat immer ihre Leistung gebracht», sagte Lange, dem die Essenerin besonders in den Staffeln fehlen wird: «Wir haben eben nicht so viele Leute in der Spitze wie China oder Australien, das hinterlässt Narben bei uns.»

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