Sport: Skiläufer aus Ghana und Äthiopien sowie ein „Oldie“ aus Griechenland beleben die Winterspiele.

Kwame Nkrumah-Acheampong (l.) und Zeimichael Robel Teklemariam starten bei den Winterspielen.
Kwame Nkrumah-Acheampong (l.) und Zeimichael Robel Teklemariam starten bei den Winterspielen.

Kwame Nkrumah-Acheampong (l.) und Zeimichael Robel Teklemariam starten bei den Winterspielen.

dpa

Kwame Nkrumah-Acheampong (l.) und Zeimichael Robel Teklemariam starten bei den Winterspielen.

Vancouver. Skiläufer aus Ghana und Iran, ein ehrgeiziger Ski-Langläufer aus Äthiopien und ein 45-jähriger Biathlet - bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver sind sie wieder am Start, die Schnee-Exoten. Olympia liebt ihre Geschichten. Mit ihnen lässt sich der Mythos vom Motto "Dabei sein ist alles" so wunderschön weitererzählen.

Der Äthiopier Zeimichael Robel Teklemariam handelt nach der Devise "Nichts ist unmöglich". Der 35-jährige in Addis Abbeba geborene Ski-Langläufer mit den Rastalocken wird in Vancouver zum zweiten Mal bei Olympischen Winterspielen antreten. "Ich will den Abstand zur Weltspitze weiter verkleinern", kündigte Teklemariam an, der 2006 in Turin über 15 Kilometer 84. von 100 Teilnehmern war. "Ich werde mir die Seele aus dem Leib rennen." Dafür hat er bei 25Grad Celsius im Januar in der äthiopischen Hauptstadt noch auf Roll-Skiern und unmittelbar vor Olympia dann in den Schweizer Bergen auf Schnee trainiert.

Der Äthiopier musste in seiner Heimat einen Ski-Verband gründen

Um als erster Äthiopier an Winterspielen teilnehmen zu können, musste er selbst einen Ski-Verband in seinem Heimatland gründen. Als dessen Präsident und Ein-Mann-Team steht auch fest, wer heute bei der Eröffnungsfeier die äthiopische Fahne tragen wird: Robel Teklemariam. "Das muss ich machen, wer sonst?", sagt der Afrikaner.

Kwame Nkrumah-Acheampong ist mit seinem "Leoparden-Look" schon vor Olympia-Beginn ein Star. "Für mich ist Sport eine ernste Sache", sagt der 35 Jahre alte Skirennfahrer, der in Vancouver als erster ghanaischer Sportler an Winterspielen teilnehmen wird. "Warum sollen wir Afrikaner nicht zeigen, dass wir mehr können als schnell zu laufen oder gut Fußball zu spielen?"

Erstmals sind die Iranerinnen Marjan Kalhor und ihre Schwester Mitra dabei, die nach den Regeln des Islam mit Kopfbedeckung den Hang hinunterfahren und bisher nur auf Gras trainieren konnten. Griechenland wird mit dem ältesten Athleten und seiner Tochter im Biathlon vertreten sein. "Wenn alles gut geht, werden wir ins Buch der Rekorde eingetragen," zitierte die griechische Presse Athanassios Tsakiris. Der 45 Jahre alte Sportlehrer und seine 20-jährige Tochter Panagiota nehmen zusammen an den Spielen teil. "Ich bin zurzeit der älteste Olympia-Athlet im Biathlon der Welt", sagte Tsakiris.

In einem Benimmregel-Buch ist geregelt, was die Zuschauer zu den Wettkämpfen mitnehmen dürfen: Nur kleine Regenschirme sind erlaubt.

Die Olympia-Organisatoren von Vancouver wünschen den Athleten auf Eis, Pisten und Hängen "heiße Spiele". Jeder Teilnehmer an den Winterspielen bekommt ein sogenanntes "Safe-Kit", in dem Kondome ebenso wie Leuchtstäbe und Handwärmer enthalten sind.

Alle Wintersportler müssen sich auf Wetterkapriolen einstellen: Dauer-Regen in Vancouver, Schneestürme in Cypress Mountain und dichter Nebel in Whistler machen den Organisatoren große Sorgen. Während die alpinen Skifahrer das Training auf der "Dave-Murray-Piste" in Whistler-Creekside abbrechen mussten, war der Schneefall in Cypress Mountain für die Organisatoren der Snowboard-Wettbewerbe eher eine Erlösung. Wegen des außergewöhnlich warmen Winters war zuletzt tonnenweise Schnee aus höher gelegenen Regionen auf die Hänge transportiert worden.

Weitere Bilder und Informationen im Internet unter

www.wz-newsline.de www.rga-online.de www.solinger-tageblatt.de

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