Mit Rang drei in Innsbruck bestätigt er seine Rückkehr in die Weltspitze. Loitzl dicht vor Tournee-Sieg.

Innsbruck. Er schiebt sich in die Spur, wird zum Punkt. Er wuchtet seinen athletischen Leib vom Schanzentisch. Es raunt, es braust Martin Schmitt aus dem Kessel Bewunderung entgegen. Seinen Telemark nach seinen 128,5 und 125,5 Meter langen Flügen erleben die 22.000 Skisprungfans an der Bergisel-Schanze zu Innsbruck als eine Art Hofknicks.

Es ist als verneige sich Martin Schmitt vor sich selbst, aber auch vor Wolfgang Loitzl, der mit Flügen auf 126,5 und 128,5 Meter die dritte Station der Vierschanzen-Tournee vor Gregor Schlierenzauer und Schmitt gewann. Michael Neumayer (124/ 126) ist auf Platz sieben gelandet.

Der 28-jährige Loitzl hat in der Gesamtwertung seinen Vorsprung auf den Achten des Sonntags, Simon Ammann aus der Schweiz, auf 15,8 Punkte ausgebaut. Eine Vorentscheidung? Zumindest ein gutes Polster. "Ich werde weiter angreifen, nicht verteidigen", sagt Loitzl. "Zurzeit passiert so viel, was ich nicht erwartet habe. Ich genieße es und bin beflügelt."

Wie Martin Schmitt, der vor dem Abschlussspringen in Bischofshofen am Dienstag (16.30 Uhr/ live in der ARD) auf Position vier vorgerückt ist. Nach einem beeindruckenden Sprung hatte der Schwarzwälder gar geführt. "Ich bin schon lange nicht mehr als Erster da oben gesessen. Aber ich war völlig bei mir."

In luftiger Höhe hatte Schmitt alles ausgeblendet und zu sich gesagt: "Mensch, genieße es. Wie lange hast du darauf gewartet?" Lächelnd fügte er an: "Das macht schon Lust auf mehr." Wenn der Triumph greifbar nahe ist, interpretieren die Unersättlichen einen Podestplatz gern als Niederlage. Nicht Martin Schmitt: "Von Enttäuschung kann keine Rede sein, ich weiß Podestplätze schon noch zu schätzen."

Werner Schuster: "Martin hat nichts verloren, nur gewonnen"

Zur Erinnerung: Zuletzt hat er im März 2007 in Lahti auf dem Podest gestanden. Nun hat er sich selbst bewiesen, dass er zurückgekommen ist. Das Gefühl hat nicht getäuscht. Ein grenzenlos gutes Gefühl. "Das galt es wieder rauszukitzeln", sagt der 30-Jährige. Martin Schmitt hat sich nach seinem Finalsprung von Garmisch-Partenkirchen nicht verrückt machen lassen.

Das erfordert Selbstdisziplin. Und Vertrauen in die eigene Stärke. Bundestrainer Werner Schuster hat sich über den tollen Tag in Tirol gefreut und sagte: "Martin hat nichts verloren, sondern nur gewonnen." In dem Zweiländerkampf Österreich gegen die Schweiz spielt Martin Schmitt jedoch nur eine Nebenrolle.

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