Schalke verliert in Bochum und offenbart Probleme, das System des Trainers umzusetzen. Die Fans verhöhnen den Manager.

Von den eigenen Fans ausgebuht: Schalkes Trainer Fred Rutten.
Von den eigenen Fans ausgebuht: Schalkes Trainer Fred Rutten.

Von den eigenen Fans ausgebuht: Schalkes Trainer Fred Rutten.

dpa

Von den eigenen Fans ausgebuht: Schalkes Trainer Fred Rutten.

Bochum. Auch mehr als eine Stunde nach dem Anpfiff hatten sich die Gemüter noch nicht beruhigt. Eine größere Gruppe wütender Anhänger hatte sich in der Nähe des Schalker Mannschaftsbusses aufgestellt und ihre Meinung lautstark kund getan. "Müller raus" riefen sie. Müller aber hörte sie nicht. Der Schalker Manager war nicht aufzufinden, zog es wieder vor, der Öffentlichkeit aus dem Weg zu gehen.

Schon während des Revierderbys beim VfL Bochum, das die Schalker mit einer weitgehend indiskutablen Leistung 1:2 nach Treffern von Mimoun Azaouagh und Christoph Dabrowski verloren hatten, richtete sich der Zorn der Fans gegen den Schalker Manager. Müller ließ aber wieder die Gelegenheit verstreichen, seine Sicht der Dinge zu beschreiben. Damit steht er im Widerspruch zu den Forderungen von Clemens Tönnies. Der Schalker Aufsichtsratsvorsitzende hatte bereits in der Winterpause, als der Manager aufgrund seiner Personalpolitik massiv in die Kritik geraten war, eine deutlichere Positionierung und schärfere Konturen von Müller gefordert. Diesem Wunsch ist der Manager noch nicht nachgekommen.

"Im Vorstand sollte man nicht übereinander urteilen, sondern loyal miteinander arbeiten", sagte Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Peter Peters auf die Frage nach dem Manager. Und auch Tönnies, der nicht Augenzeuge des Nachbarschaftsderbys war, meldete sich aus der Ferne zu Wort. "Ich bin weder mit dem Verlauf der Saison, noch mit dem Spiel in Bochum zufrieden. Wir treffen jedoch keine Entscheidungen aus der Hüfte heraus."

Auch Trainer Fred Rutten musste sich einige verbale Attacken gefallen lassen. "Da haben auch einige Leute hinter mir ,Rutten raus’ gerufen", sagte der Trainer nach dem Spiel mit einem Lächeln im Gesicht, so, als ob ihn das gar nichts anginge. Der Holländer wirkt weiterhin restlos überzeugt von seinem Konzept, den Schalkern das 4-3-3-System einzuimpfen. Nicht einmal die Sicht auf die Tabelle bringt ihn ins Grübeln. "Wir spielen doch anders Fußball als vor einem Jahr. Wer das nicht sieht, hat keine Ahnung vom Fußball", sagte Rutten, und ihn umwehte dabei ein Hauch von Arroganz. "Vielleicht täusche ich mich ja auch, aber das glaube ich nicht."

Es wird allerdings immer deutlicher, dass der Trainer für seine Vorstellungen von Fußball nicht das dafür notwendige Personal besitzt. "Vielleicht fehlt uns die Qualität, um so ein Spiel zu gewinnen", sagte Stürmer Kevin Kuranyi, einer der besseren Schalker. Der Wahrheit kam er an diesem Tag ziemlich nahe.

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