Köln heute mit Mut nach Belgrad in der Europa League.

Belgrad. Stefan Ruthenbeck bleibt bei seiner Premiere gar nichts anderes übrig, als die fußballerische Flucht nach vorn zu wagen. „Wir werden mutig sein“, sagte der Interimstrainer des 1. FC Köln. „Wenn wir hier brav sind, haben wir ein Problem.“ Klar ist: Der Bundesliga-Tabellenletzte muss heute Abend bei Roter Stern Belgrad (21.05/Sport1) gewinnen, wenn er in der Europa League die K.o.-Runde erreichen will. Hinter dem FC Arsenal mit zehn Zählern nehmen Köln und Belgrad in der Gruppe H mit jeweils sechs Punkten Rang zwei und drei ein. Das 0:1 im Hinspiel zwingt den FC im Direktvergleich zum Sieg. „Es ist ein absolutes Endspiel – und so werden wir es angehen“, kündigte auch Kapitän Matthias Lehmann an.

Die am Sonntag vollzogene Beförderung von der Kölner U 19 zum Profi-Chef fällt Ruthenbeck nicht schwer: „Ich habe ja auch schon in der Zweiten Liga gearbeitet.“ Der Europacup indes wird für ihn komplettes Neuland – er versucht sich als Mutmacher. Und er hat den Eindruck, das das gefruchtet hat: „Die Mannschaft will Gas geben und den Bock umstoßen.“ Lehmann beteuerte, das Seelenleben des Teams sei absolut in Ordnung. „In Belgrad können wir unheimlich viel gewinnen“, sagte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle. Höchst akut wird es danach in der Bundesliga. Theoretisch können es noch neun Zähler werden in den Heimspielen gegen Freiburg und gegen Wolfsburg sowie der Auswärtspartie bei den Bayern. Das Pokal-Achtelfinale auf Schalke am 19. Dezember wird zu Ruthenbecks Schlussakt. Und in diesem begrenzten Zeitrahmen will der Coach „alles raushauen“. Die Kölner reisten nur mit einem 16er-Kader nach Serbien. Zum Aufgebot zählen nicht nur die U-21-Spieler Anas Ouahim und Birk Risa, sondern erstmals auch der erst 18-jährige Flügelspieler Ismail Jakobs. dpa

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